Forgotten Treasures III – Coronatus

Coronatus2011 besuchte ich ein Konzert der deutschen Symphonic-Metal-Band „Haggard“ und Coronatus aus Stuttgart waren als Vorband angekündigt. Zwar wurden hier bei Dark News (als wir noch Schwarze News hießen…) schon ein paar Beiträge zu dieser Band geschrieben, aber ich kannte sie bisher noch gar nicht und damit scheine ich nicht ganz allein zu sein. Als die fünfköpfige Formation ein Jahr später auf dem Wave-Gotik-Treffen auftrat, hatte sich vor der Bühne ein noch nicht allzu dichtes Publikum versammelt und Coronatus waren nahezu erstaunt darüber, dass sich im Publikum auch ein paar Leute (u. a. ich^^) befanden, die einige Songs mitsingen konnten. Dabei fragt man sich hier wirklich, wie das sein kann… Coronatus sind eine Female-Fronted Symphonic-Metal-Band, deren Musik schon ein wenig an die artverwandten Bands (Nightwish, Epica, Leave’s Ayes, Xandria etc.) erinnert, aber die sich dennoch von selbigen abhebt – nicht nur durch die Eigenständigkeit in der Komposition sondern auch darin, dass hier grundsätzlich mit zwei Sängerinnen gearbeitet wird.

Ich kenne keine feste Band (keine Projekte!), die einen so häufigen Besetzungswechsel zu verzeichnen hat, wie Coronatus aber immerhin konnte ich eine der beiden Frontfrauen, Mareike Makosch, bei beiden Live-Auftritten der Band erleben. Diese Frau hat nicht nur eine unglaubliche Bühnenpräsenz sondern auch eine sehr überzeugende Rockröhre. Rotziger Rock in Verbindung mit klassischem Sopran, das ist das Gesangskonzept von Coronatus und es wirkt! Zugunsten des komplexen Gesangs wird auf allzu viel Spielerei mit den Instrumenten verzichtet, was ein bisschen schade ist. Es würde noch mehr Abwechslung in die Musik bringen. Aber eine Katastrophe ist es auch nicht. Letztendlich klingt Coronatus so, wie man sich ein Duett mit Tarja Turunen und Anete Olzon vorstellt, nur mit anderen kompositorischen Stilmitteln dahinter. Mareike Makosch

Qualitativ würde ich Coronatus zwar definitiv nicht über andere Bands desselben Genres stellen (Nightwish und Epica kann meiner rein subjektiven Meinung nach ohnehin kaum jemand das Wasser reichen…), aber ich verstehe auf der anderen Seite auch wieder nicht, warum sie so sehr im Schatten von den am Anfang genannten Beispielen untergehen…

Die Texte sind stark von romantischen Einflüssen geprägt und werden in verschiedenen Sprachen gesungen – hauptsächlich Deutsch und Englisch aber auch manche in Latein (vor allem bei den Albumtiteln lässt sich eine gewisse Latinophilie nicht leugnen 😉 ). Die Musik ist mal ganz ruhig und sanft, mal kraftvoll und energisch, mal bewegt und düster und mal schon fast mittelalterlich anmutend. Also doch eine recht abwechlungsreiche Mischung.

Diese Band empfehle ich also Liebhabern des Symphonic-Metal und des Frauengesangs im Metal. Wer cleanen Frauengesang hasst, sollte stattdessen lieber einen großen Bogen darum machen^^

Wer sich gern ein wenig mehr mit der Band beschäftigen möchte, kann ja mal auf ihrer  Homepage umsehen.

Nächste Woche stellen wir euch  mit „Antimatter“ ein Band vor, die eigentlich in kein Schema passt. Bis dahin noch ein schönes Restwochenende und einen guten Start in die neue Woche,

eure Miss Musta

 

 

About Mustaveri

Alter: 28 Beruf: Übersetzerin (freiberuflich) Lieblingmusik: Metal (Death, Dark, Black, Thrash, Symphonic, Gothic) Hobbys: Musik, Sport, Schreiben, Kunst, Kochen

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