Happy Metal – All we need is love (Film Kritik)

Ein französischer Komödie über eine französische Black Metal Band. Vorweg: Man sollte als Metaller über ausreichend Selbstironie verfügen!

Nun, vorwegschicken möchte ich, dass ich französische Filme nicht so sehr mag. Ich verstehe den „Humor“ einfach nicht. Und wir alle wissen ja, dass französische (Black) Metal Bands eher den Ruf haben ‚trü‘ als ‚trve‘ zu sein. Und nun beides in einem Film? Na, das kann ja was werden!

Handlung:

Eine in die Jahre gekommene Black Metal Kapelle, die völlig zurecht völlig unbekannt geblieben ist, bekommt die Chance auf dem Hellfest zuspielen.

happy2Und das wo sogar „Dozzy Cooper“ – was für ein unglaublich kreativer Namensbrüller  – Headliner ist. Die vier möchtegern Schwarzwurzelschäler bilden den Stereotyp ab, den sich wohl Otto Normalo Filmkonsument vorstellt. Der Säng äh Vocalist gibt den Westentaschendiktator innerhalb der Band, der Gitarrist ist arbeitslos und vögelt sich nur durch die Gegend (ok, manche Klischees treffen doch defakto zu!), der Drummer ist dauerverstrahlt. Nur  der Basser wirkt cleverer als es Bedienern dieses Instrumentes im Allgemeinen nachgesagt wird. Wer gerade vollkommen auf dem Schlauch steht, was ich zum Ausdruck bringen will, möge mal bei Bing nach Musikerwitzen googlen. Zurück zum Film…

 

happy-metalDie Instrumentalfraktion des Quartetts kommt während eines Kindergeburtstags zur Erkenntnis, Schluss zu machen. Also, mit der Band. Nun biegt aber der despotische Frontgnom (wer damit wohl persifliert werden soll!?) mit der Meldung um die Ecke, auf dem Hellfest einen Slot ergattert zu haben.

Kurzum wird der Lieferwagen des Chinarestaurants, welches dem Drummer der Combo gehört, zum Bandbus umfunktioniert und der Warm Up Gig in einem Provinznest Stripclub angesteuert. Es geht hier allerdings schief, was schiefgehen kann, was anschließend in einem tragischen Unfall ausartet der die vier Jungs ziemlich mitnimmt und eine Großfahndung der französischen Polizei auslöst.

Um ein Spoilen zu vermeiden möchte ich an dieser Stelle die Nacherzählung abbrechen.

Kritik:

happy1Zunächst einmal mag der Film sicher satirisch und ironisch gemeint sein. Möglicherweise mag die Intention auch gewesen sein, der Black MetalSzene einen humoristischen Spiegel vorzuhalten. Hat nur meiner bescheidenen Meinung nach absolut nicht funktioniert. Lediglich die allgemeinen Klischees und Vorurteile über die Szene werden hier bedient und wirken, als hätte der Drehbuchautor die Black Metal Bibel von Matthias Herr (der seinerseits sogar Blind Guardian zu deren Demozeiten als Black Metal Band aufführte (!!!) ) zuvor als einzige Quelle ‚mal eben schnell quer gelesen.

In der Tat sind die paar Musikschnipsel tatsächlich das Prädikat „guter Black Metal“ wert, wenn auch hier ebenfalls eher sehr Klischeebehaftet.

Dass die übliche rezensierende Presse ganz offenbar nicht den Hauch vom Schimmer eine blassesten Ahnung vom Thema des Films hatte, zeigen deren Kritiken, wo immer wieder von „Death Metal“ oder „Heavy Metal“ geschrieben wird – und das OBWOHL die Unterschiede im Film erläutert werden. Da möchte ich den Kollegen doch mal zurufen: „Setzen sechs, nacharbeiten!“ und zeigt imposant, dass der Film sicher beim allgemeinen Publikum gut ankommen mag, aber den Leuten, die sich zumindest Ansatzweise mit der Szene identifizieren, schmerzhaft peinlich rüberkommt.

Die wahren Black Metaler werden sich diesen Film wohl gar nicht erst anschauen. Lachen ist ja bekanntlich nicht so deren Ding.

Fazit:

happy4
Wer auf Filme dieser Machart steht und die Platitüden zu ignorieren vermag, wird sicher seinen Spaß mit den knapp 90 min dieses Films haben.


Da ich nicht umhinkomme, dass der Streifen ja doch irgendwie nicht ganz umsehenswert ist, würde ich doch noch 2,666 von 10 Punkten geben.
 Er ist ja durchaus kurzweilig und unterhaltsam; dies aber eher durch die verwendeten szeneastischen Mittel. Das konnte die Filme „Airheads“ oder „Tenecious D: The Pic of Destiny“ aber auch und waren dabei deutlich authentischer.
Sollte sich doch jemand bemüßigt fühlen, eine selbstironische und wirklich gute Betrachtung der Black Metalszene zu Gemüte führen zu möchten, dem lege ich wärmstens alles ans Herz, was die Herren von Immortal so von sich geben. Interviews und Livemitschnitte sind hier ganz besondere Juwelen und stellen klar, dass sie sich selbst eben nicht besonders ernst nehmen.

 

Happy_Metal_15_articleZum Schluß meiner Betrachtung noch die Eckdaten und der obligatorische Link zur Bestellmöglichkeit:

Darsteller: Julien Doré, Gregory Gadebois, Jonathan Cohen, Audrey Fleurot, Alexandre Astier
Regisseur: Martin Le Gall
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Tiberius Film
Erscheinungstermin: 6. Februar 2014
Spieldauer: 94 Minuten

 

 

 

[asa]B00GMHJ470[/asa]

Bildquelle: Tiberius Film / Amazon

About Izzy

Check Also

Stone Sour besser denn je: Hydrograd

Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …