Heretoir & Thränenkind - Wiedersehen - unsere Hoffnung
Heretoir & Thränenkind - Wiedersehen - unsere Hoffnung

Heretoir & Thränenkind – Wiedersehen… unsere Hoffnung (Review und Kritik)

Heretoir & Thränenkind - Wiedersehen - unsere Hoffnung
Heretoir & Thränenkind - Wiedersehen - unsere Hoffnung

Heretoir und das Schaffen des Herrn Eklatanz begleiten mich dank des kürzlich erschienenen Debüt-Albums nun bereits einige Wochen. Die befreundeten Thränenkind, deren Kopf Nathanael mitlerweile auch zu dem Augsburger Projekt gestoßen ist habe ich allerdings nach ihrer (mir viel zu pathetischen) Demo erfolgreich ignoriert. Viel zu weinerlich und abseits von allem was Black Metal für mich bedeutet erschien mir das ganze Drumherum um wirklich die Musik genießen zu können. Innerhalb meiner Rezensionen zu den beiden Heretoir Werken kam ich dann allerdings auch nicht drum zu mich etwas näher mit der gemeinsamen SplitWiedersehen – unsere Hoffnung zu befassen, die mich (zumindest was die musikalische Richtung Thränenkinds angeht) eines besseren belehren sollte.

Und das obwohl sich (vom Piano In- bzw. Outro abgesehen) nur ein einziges Stück auf der Platte findet, das komplett aus der Feder des Thränenkind Mannes stammt. „Posthuma“ ist einerseits der Inbegriff von dem was ich mir nach

Nathanael (Thränenkind)
Nathanael (Thränenkind)

eingehender Beschäftigung mit den befreundeten Heretoir unter seiner Musik vorstelle, erstickt andererseits aber meine anfängliche Skepsis im Keim. Denn auch wenn hier erwartungsgemäß viel mit Samples und stark verzerrten Klängen hantiert wird kommt alles andere als das Gefühl einer weiteren unnötigen DSBM Band auf. Innerhalb des über sechs minütigen Stückes beweist Nathaneal einen bemerkenswerten Facettenreichtum, neben den schon angesprochenen Stilmitteln stockt der Song stellenweise und lässt mich hoffen dass der Player nicht den Geist aufgibt und vor allem – er beginnt gleich (vergleichsweise) hart. Da habe ich dem Mann wohl unrecht getan als ich seine Musik nach dem ersten hören als verweichlicht und langweilig abgestempelt hatte. Aber schließlich lernt man nie aus.

Dass zwei Gruppen einen Gemeinschaftstonträger veröffentlichen ist nicht selten – dass die beiden aber einen Song zusammen einspielen dafür schon. Vielleicht war  „Wiedersehen… unsere Hoffnung“ der Grund für die heutige Zusammenarbeit der beiden unter dem Banner Heretoirs, denn wie der überraschend agressiv wirkende Titelsong zeigt funktioniert das Zusammenspiel der beiden ungewöhnlich gut, was nicht zuletzt auch auf dem aktuellen Werk des Augsburgers zu erkennen ist. Einen Vorgeschmack darauf konnte man schon in dem starken Song „Graue Bauten“ auf dieser Scheibe

Eklatanz (Heretoir)
Eklatanz (Heretoir)

genießen. Das Stück kristallisierte sich bereits schnell als eines der stärksten Heretoir Lieder heraus und kann auch auf der Split getrost als Anspieltip fungieren. Verzweiflung, Melancholie und das vertonte Gefühl von Einsamkeit in der Masse der Großstadt geben diesem Stück einen besonderen Stellenwert unter den Werken Heretoirs, so dass ein erneutes Auftreten auf dem später erschienenen Album durchaus gerechtfertigt war. Optimierter Drumsound und wunderbar schwermütige Riffs paaren sich hier mit einem stellenweise sogar verständlichen Kreischgesang und lassen den zweiten Beitrag des Augsburgers mit dem halb-akustischen „Nihil“ ein wenig im Schatten stehen.

Fazit: „Gelungene Split“ zu sagen wäre eine glatte Untertreibung. Ich will nicht lügen – ich komme auf das ganze pathetische Drumherum bei Thränenkind nicht klar. Ich mag emotionale Musik – aber Nathanaels Titel, Texte und selbst der Bandname haben mich bisher extrem abgeschreckt. Umso erstaunlicher daher, wie eigenständig, facettenreich und so gar nicht „Mädchen-BM“ like „Posthuma“ daher kommt. Der Text zu „Wiedersehen…“ geht auch offensichtlich auf sein Konto, da er nicht wie die von Heretoir aus wenigen Zeilen besteht. Was sagt uns das? Schande über mein Haupt dass ich mich von Vorurteilen leiten ließ. „Posthuma“ ist neben „Graue Bauten“ definitiv der stärkste Song auf dieser Scheibe und wird mich für die Zukunft animieren, mir auch das Demo „Eine Momentaufnahme – Der Rest ist nur Einsamkeit“ noch einmal bewusst vorzunehmen. Zu Heretoir gibt es an dieser Stelle nicht einmal mehr so viel zu sagen, meine Reviews zu seiner EP und dem nach dieser Split erschienenen Album sprechen Bände, über das was ich von Heretoir und der unglaublichen Atmosphäre die er zu erschaffen weiß, halte. Von beiden Bands darf man noch viel erwarten.

Dennis "Bieberpelz" KnollMeine Hoffnung: Ein großer Sympathisant Thränenkinds bin ich schon seit der ersten Auflage der Demo. Das der Weg zu Heretoir nur eine Frage der Zeit war dürfte dabei klar sein. Umso mehr habe ich mich dann auf dieses Werk gefreut, ein Zusammenspiel beider Künstler dessen Musik ich verschlinge. Und ich bin sichtlich davon angetan. Posthuma zeigt einmal mehr was Thränenkind auf dem Kasten haben und „Graue Bauten“ lässt mich dann endgültig aus dieser Welt verschwinden. Ich bin nach wie vor begeistert. Meine Hoffnung gilt nun noch das Nathanael sein neues Projekt Bonjour Tristesse – sowie die kommenden Werke von Thränenkind und Heretoir nicht lange auf sich warten lassen.

Titelliste von „Wiedersehen… unsere Hoffnung“

  • Niemehr (Intro / Thränenkind)
  • Posthuma (Thränenkind)
  • Wiedersehen… unsere Hoffnung (Thränenkind & Heretoir)
  • Graue Bauten (Heretoir)
  • Nihil (Heretoir)
  • Abschied (Outro / Thränenkind)

(8/10)
(8/10)

Anspieltips:
> Posthuma
> Graue Bauten

Erscheinungstermin:
März 2010

http://www.myspace.com/heretoir
http://www.myspace.com/thraenenkind

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