Immortal - All Shall Fall

Immortal – All Shall Fall (Review und Kritik)

Immortal - All Shall Fall
Immortal - All Shall Fall

Immortal – All Shall Fall (Review und Kritik)

Die Rückkehr einer Legende verkündet ein Aufkleber auf dem stilvollen Digipack der ersten Immortal Scheibe nach der Re-Union vor knapp drei Jahren. Und tatsächlich künden erste Resonanzen großes an. Haben die Recken um Frontkrächzer Abbath hier etwa ein zweites „Battles in the North“ eingeprügelt und damit das Black Metal Album des Jahres geschaffen? Wird die neuen Scheibe dem bangen Warten einer Heersschar von Fans gerecht? Lest selbst und folgt uns mit „All Shall Fall“ ein weiteres mal in einen kurzen Winterurlaub in die eisig verschneiten Gebirge Blashyrkhs…

Der Titeltrack selbst, gibt sich nach einem kurzen Intro schon einmal sehr kompromisslos. Die ersten Worte lassen schon keinen Zweifel daran aufkeimen, wessen „Gesangskehlchen“ hier aus aus den Lautsprechern krächzt als hätte sein Besitzer den ein oder anderen Whiskey zu viel gekippt. Leider kann das Stück noch nicht wirklich zünden (oder sollte man bei Immortal eher „gefrieren“ sagen?), was bei dem representativen Songtitel schon etwas schade ist, aber immerhin folgt mit „The Rise of Darkness“ schon der erste Anspieltip in gewohnt

Immortal
Immortal

guter Immortal Manier. Treibende Riffs und Drums leiten das Stück mit dem ungewohnt melodisch klingendem Abbath ein. Die von Demonaz verfassten Texte passen hierbei wieder einmal perfekt zu seiner gewöhnungsbedürftigen Stimme und der Geschichte um das kalte Blashyrkh und seinen dunklen Herrscher Mighty Ravendark. Und selbst wenn man etwas Langzeitmotivation schnell einbüßen muss – eins können die Norweger auch bei „Hordes To War“ halten: Die Geschwindikeit. Die drei Pandabären prügeln sich in Rekordzeit zu einer wunderbar auf Hochglanz polierten Produktion und deutlichen starken Thrash Metal Anleihen durch das Stück mit den atmosphärischen Hintergrundgeräuschen angetriebener Pferde. Einer Schlacht entgegen, die mit dem ruhig beginnenden „Norden on Fire“ leider schon zur Hälfte geschlagen ist.

Das der euphorisch und mächtig klingende Auftakt dieses Stückes schnell in den gewohnten Sound des Trios übergeht und dabei im Midtempo nur ein wenig vom Gas der vorangegangenen Lieder gegangen wird, macht den Song dabei zu einer willkommenden Abwechslung zwischen den Kriegshorden und dem kalten „Arctic Swarm“, meinem persönlichen Highlight des Longplayers. Ein drückendes Drumming, ein Abbath der seine Vocals besonders garstig auskotzt und gleichzeit das melodischste Riff der gesamten Platte auf die Lauscher des Hörers los lässt. Eben jene Melodie war es, die mich kurzzeitig an alte In Flames erinnerte – als diese Band sich noch darauf verstand Musik zu schreiben. Vielleicht ist es nicht das was man von einer Black Metal Legende erwartet, aber hörenswert ist es alle Mal. Und da nun mitlerweile schon jedem klar sein dürfte, dass die Hoffnung auf einen zukünftigen Klassiker begraben werden darf und die Scheibe auch an den Vorgänger „Sons of northern Darkness“ nicht anknüpfen kann, ist es besonders schön, dass es immerhin einen wirklichen Track mit Ohrwurmpotential zu feiern gibt.

„Mount North“ klingt immerhin schon wieder wesentlich düsterer und auch die Thrash Einflüsse wurden merklich herunter geschraubt. Kommt aber was dunkle Atmosphäre angeht nicht an den Ausklang mit „Unearthly Kingdom“ heran. Hier wird noch mal ein besonders schwarzer Einblick in das kalte Reich Mighty Ravendarks gewährt und trotz relativ kurzer Spielzeit noch einmal zu einem kleinen Intro gegriffen. Nach dem recht langsamen Stück endet dann leider schon der knapp 40 minütige ausritt. Kurz? Schon, aber hey – es sind Immortal. Noch etwas länger und die CD wäre im Player fest gefroren.

(7,5 / 10)
(7,5 / 10)
Zigeunerjunge

Fazit: Die CD verfügt über ein paar echt gute Songs. Aber irgendwie ist es nicht das was ich mir erhofft hatte – dafür das ich um die Scheibe möglichst schnell zu bekommen in vier (!!!) verschiedene Geschäfte gerannt bin. Irgendwie misst man Bands die einen gewissen Kultstatus haben sicher auch an anderen Maßstäben. Wären es nicht Immortal würde ich vielleicht eine höhere Punktzahl geben, aber so sieht man die unglaubliche Diskographie aus wirklichen Kultalben, die Klassiker in der Sammlung eines jeden Black Metallers sein sollten und weiß, dass diese Scheibe nicht einmal ansatzweise das Potential hat, mit einem Hammer wie „Battles in the North“ mit zu halten. Es ist schon traurig angesichts der Tatsache, dass die Immortal Horde wirklich mehr als genug Zeit hatte etwas ganz großes ein zu spielen. Aber nichts desto trotz ist es ein recht solides Album wie ich finde und läuft im Moment wohl nicht nur wegen dem großen Namen bei mir rauf runter. Die unten angegebenen Anspieltips sind nach einigen Durchläufen echte Hits und sollten ihre Chance bei frühen Anhängern der Band bekommen. Nur vom Kauf des Digis muss ich dringend abraten – keinerlei Zusatzmaterial bei einer unfassbar dummen Verpackung aus Pappe und einem Platikschuber rechtfertigen den höheren Preis auf keinen Fall.

iskharian3

( 6 / 10 )
( 6 / 10 )

Zweite Meinung: Irgendwie konnten Immortal das ja nur versemmeln. Wer immer noch eine Rückkehr zu „Pure Holocaust“ erwartet hat, lebt völlig weltfremd, denn Immortal und allen voran Nuclear Blast haben Blut bzw. Geld geleckt und werden sich hüten Immortal noch einmal richtigen Black Metal machen zu lassen. Das, was man auf „All shall fall“ zu hören bekommt, ist stellenweise sehr durchwachsen, gerade mal drei Songs bleiben ansatzweise hängen und sind richtig gut. Immer wenn Immortal aufs Gaspedal treten kommt Langeweile auf, in den epischen Momenten spielen die Norweger endlich ihre Stärken aus. Leider ist das aber viel zu wenig, 17 tolle Minuten bei gerade mal 40 Minuten Album ist mir zu wenig um von einer gelungenen Reunion zu sprechen. Der Preis des Digipaks ist dazu nicht nur unverschämt, das Teil ist auch noch schlecht zusammengeklebt. Nein, für mich die Enttäuschung des Jahres! Allerhöchstens sechs Punkte von meiner Seite aus.

Tracklist von „All Shall Fall“

  1. All Shall Fall
  2. The Rise of Darkness
  3. Hordes to War
  4. Norden on Fire
  5. Arctic Swarm
  6. Mount North
  7. Unearthly Kingdom

Anspieltips:
> The Rise of Darkness
> Norden on Fire
> Arctic Swarm

Erscheinungstermin:
25.09.2009

http://www.myspace.com/immortalofficial
http://www.immortalofficial.com/


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