U.D.O. – We Are One

In einer Zeit, in der eine Pandemie unser Leben mehr oder weniger bestimmt, sehnen sich auch Metalheads nach etwas Ablenkung. Da kommt die neue Scheibe des Altmeisters Udo Dirkschneider wie gerufen. „We Are One“, war jemals ein Albumtitel aktueller als dieser? Gemeinsam mit dem Musikkorps der Bundeswehr wurde diese CD eingespielt und offenbart eine ungeahnte Tiefe der Kompositionen aus dem Hause U.D.O.

„Pandemonium“ überrascht gleich zu Beginn. Denkt an doch im ersten Moment an krachende Riffs, wird hier mit Bläsern und einer unglaublichen Gesangsleistung eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Wohlfühlfeeling direkt zu Beginn, einfach gut. Der Titeltrack gehört zu den Highlights dieser Veröffentlichung. „We Are One“ punktet mit einem mitsingbaren Refrain, der sich insbesonder auf den Open Air Festivals 2021 gut machen wird. Hier hat U.D.O bereits jetzt eine Hymne für den kommenden Sommer geschrieben, so muss es sein. „Love And Sin“ beginnt theatralisch, ein Epos, den man in manchen Soundtrack vermuten würde, so virtuos zeigen sich hier die Musiker. Der Spannungsbogen wird gekonnt aufgebaut und nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise zu völlig neuen Klangwelten. Die Härte und auch der Drive dieses Beitrags stimmt bereits von der ersten Sekunde an. Mit Fanfaren und einem beschwingten Groove empfängt „Future Is The Reason Why“. Ein eher unauffälliger Track, der es aber dennoch schafft die Gehörgänge zu erreichen und spätestens zum Refrain ein Headbanging-Risiko darstellt. Deutlich nachdenklicher zeigt man sich mit „Children Of The World“. Diese Instrumentalnummer kommt fast völlig ohne Lyrics aus, verliert dadurch aber nicht an Ausdruckskraft.

Erst im zweiten Drittel des Songs begegnet man Udos Stimme und einem sanften Chor, der die besondere Magie unterstreicht. Kommen wir nun zu den dunklen Seite der menschlichen Existenz. „Blackout“ wirkt finster, bedrohlich und etwas apokalyptisch. Ein unglaublich kraftvoller Beitrag, der einige Hördurchläufe braucht, ehe sich die gesamte Bandbreite entfalten kann. „Mother Earth“ ist beste U.D.O.-Kost. Ein gradliniger Track, der direkt ins Ohr geht und die alten Fans mehr als begeistern wird. Zeitlos und einfach auf den Punkt gebracht. „Beyond Good And Evil“ zieht nochmal Bilanz unter dieses Album Die Quintessenz kommt episch, getragen und würdevoll daher. Metal at it’s best

U.D.O. Können es immer noch. Bestanden jemals Zweifel an der musikalischen Qualität dieser Band, werden sie mit „We Are One“ eindrücklich aus dem Weg geräumt. Ein Album, das wohl alle Zeiten überdauern wird.

Tracklist:

01 – Pandemonium

02 – We Are One

03 – Love And Sin

04 – Future Is The Reason Why

05 – Children Of The World

06- Blindfold (The Last Defender)

07 – Blackout

08 – Mother Earth

09 – Rebel Town

10 – Natural Forces

11 – Neon Diamond

12 – Beyond Gravity

13 – Here We Go Again

14 – We Strike Back

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