Vendemmian - "One More Time"

Vendemmian – One More Time (Review und Kritik)

Vendemmian - "One More Time"
Vendemmian - "One More Time"

Bei älteren Semestern könnte beim Namen Vendemmian vielleicht die eine oder andere Glocke schrillen: In den seligen 90ern hatte die Band mit ihrem schwer 80s-beeinflussten Gothrock eine treue Fangemeinde um sich geschart und war nahezu ständig on the Road. Mit den Alben „One Eye Open“, „Transistion“, „Through the Dephts of Innocence“ und „Between two Worlds“ etablierte sich die Band zu einem echten Insidertipp, der sich dann 1996 einfach auflöste, zum Bedauern der Fans, die auf den ganz großen Durchbruch hofften, zu dem Vendemmian zweifellos das Potential hatten. Nun hat sich die Band aber dennoch entschlossen, ein Comeback zu wagen.

Die großen Fragen dieses Comeback-Albums waren: Können Vendemmian an die Klassiker anknüpfen? Und vor allem: Sind sie heute noch relevant?

Beide Fragen kann man mit einem dicken, fetten und euphorischen „Ja“ beantworten – Das Album ist 100 % Vendemmian, obwohl der Sound ein wenig härter geworden ist. „Echte“ Modifikationen des typischen, schwer Cure- und Sisters-geschwängerten Goffrocks findet man am ehesten in Details, wie z.B. in der Mephisto Waltz-artigen Gitarrenarbeit in „Didn’t Say It was You“. Songs wie eben „Didn’t Say it was You“ bringen die Abwechslung rein, die nötig ist, das Album nicht als reine Kopie der alten Tage verkommen zu lassen, was sich nur positiv auswirkt.

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Vendemmian

So zum Beispiel auf Songs wie den Opener „Talk Talk“, der direkt die Richtung des Albums angibt: Melancholischer Darkwave und Gothrock, der ordentlich aufs Gaspedal drückt und jeden Düsterpogo in Verzückung  versetzen sollte und ordentlich Ohrwurmqualität hat. Dabei ist „Talk Talk“ trotz aller Stärke nicht der stärkste Song des Albums. Der melancholische Uptemposong „Another Day“, das einen großartigen Goff-Gitarrensound hat, oder das alles überstrahlende Highlight „Starter for Ten“ sind ebenfalls Klassen für sich. Der Song ist radiotauglich und ist mit einem schönen Refrain gesegnet, der sowohl mitsing- als auch Ohrwurmtauglich ist und somit ein akustisches Lebenselixier für alle Fans der alten Tage ist.

Fazit: Vendemmian haben mit „One More Time“ ein starkes neues Lebenszeichen veröffentlicht. Nahezu alle Songs bewegen sich auf konstant hohem Niveau, nur 1, 2 Songs wirken wie Überbleibsel aus vergangenen Zeiten der Band. Ebenfalls könnte man sich über den etwas flachen Sound streiten, da dieser entweder als nicht mehr zeitgemäß oder als passend empfunden wird, aber das liegt im Auge des Betrachters. Ich finde das Album rundum gelungen und als ein Comebackwerk sehr hochklassig- Aber bitte, lasst uns nicht wieder 12 Jahre warten. Als kleinen Anreiz zum schnell weitermachen gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

8 / 10
8 / 10








  1. Talk Talk
  2. Give It Up
  3. End Like This
  4. Give And Take
  5. Down On The Ground
  6. Another Day
  7. Starter For Ten
  8. Didn’t Say It Was You
  9. Seen Enough
  10. Too Late

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