X-Rx Stage 2

[X]-Rx – Stage 2 (Review und Kritik)

X-Rx Stage 2
X-Rx Stage 2

Als zweites Album des 2006 vom Kölner Pascal Beniesch gegründete Industrial-Projekt [X]-Rx erschien am 27.02.2009 „Stage 2“. Der Plan der Industrial Raver war es, an den Erfolg des vorausgegangenen Albums „Unmöglich erregend“ (2007) anzuschließen. Jedoch kam bei dem musikalischen Schaffungsprozess eher „Rave“ als „Industrial“ als Ergebnis heraus.

Insgesamt 13 neue Tracks finden sich auf dem neuen Album, die von „Stage 2“ bis „Stage cleared“, inklusive zweier Skits, die Bühnenpräsentation darstellen. Der Opener „Stage 2“ und der Folgetrack „Industrial Rave Revolution“ sind zwei technoid anmutende Werke, die keine Besonderheit aufweisen. Besonders letzterer als „Instrumental“-Stück ohne Text wird nach kurzer Zeit bereits langweilig und monoton.

Darauf folgt mit „Tanz Schlampe“ ein durchaus tanzbarer Song, der den Stil des Albums gut verkörpert: Als Grundkonzept scheint es, dass ein provokantes oder witziges Sample in die Tracks eingebaut und mit einem musikalischen Rahmen versehen wurde. Diesem Schema folgt auch „Alle Menschen“, wobei der Industrial-Einfluss des Projekts scheinbar auf der Strecke blieb.

Mit „End Inferno“ wurde der Versuch gemacht, an den äußerst erfolgreichen Track „Die Sexualkiste der Hölle“ anzuknüpfen, indem wiederum ein Sample des Braunschweiger Predigers, der sich großer Beliebtheit erfreut, verwendet wurde. Die musikalische Umsetzung ist auch gar nicht schlecht, das Konzept wirkt aber abgegriffen und der Hitcharakter des Vorbildes ist bei diesem Werk nicht gegeben. Für Fans dürfte es jedoch ein nettes Schmankerl des Albums sein.

Analog zum Prediger wurde ebenfalls ein Sample aus einem Sketch von Simon Gosejohann, einem deutschen Comedian, musikalisch umgesetzt. Der Track heißt „Homofürst“ und das Sample dürfte aus der Sendung „Comedy Street“ bekannt sein. Unterlegt und abgemischt mit Beat und Raverklängen findet sich dies auf dem Album wieder.

Mit „Headhunter“ und besonders „Insane“ finden sich gegen Ende der Scheibe zwei durchaus tanzbare Stücke, die Abwechslung bieten und auch musikalisch ansprechen. „Assholes“ jedoch verkörpert wieder ganz das Klischee, indem eine Szene aus dem Film Spaceballs, in welcher Lord Helmchen feststellt, dass er von Arschlöchern umgeben ist, als Vorlage diente, die mit einer witzig-technoiden musikalischen Umrandung verkauft wird.

Abschließend folgen ein weiteres „Instrumental“-Stück, „Stage cleared“, welches den Hörer einfach nicht mitreißt, und der Track „Fickt euch alle“, der wiedermal ein Sample als Vorlage besitzt, dessen Herkunft mir entfallen ist.

gussi
.

Fazit: Das zweite Album von [X]-Rx bleibt weit hinter dem Erfolg des ersten Albums zurück. Insgesamt überwiegt der textlich primitive Charakter, der bei weitem nicht immer die beabsichtigte humoristische Wirkung erzielt. Musikalisch erweist sich [X]-Rx leider noch weniger kreativ und für meinen Geschmack zu rave- und technolastig. Viele Tracks werden besonders nach mehrfachen Hören schlicht langweilig.




Trackliste:

  1. Stage 2
  2. Industrial Rave Revolution
  3. Tod Skit
  4. Tanz Schlampe
  5. Bleeding Ears
  6. Alle Menschen
  7. Wodka Skit
  8. End Inferno
  9. Digital Terror
  10. Homofürst
  11. Headhunter
  12. Insane
  13. Assholes
  14. Stage Cleared
  15. Fickt euch alle
3,5
3,5

Anspieltipps:

– Tanz Schlampe

– Homofürst

– Insane

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