Agalloch

Agalloch & Velnias in der Markthalle Hamburg (Konzertbericht und Galerie)

Agalloch live in Hamburg

Zugegeben, oft lassen sich die Amerikaner Agalloch nicht in Deutschland blicken. 2012 geben sie sich im Rahmen der Marrow of the Spirit Tour für zwei Konzerte die Ehre und den Fans die Möglichkeit sie live zu erleben. Unterstützung bekommen sie dabei von Velnias, einer befreundeten Black Metal-Formation, die sich keineswegs hinter dem Headliner verstecken muss. Am vergangenen Mittwoch machte der Trupp aus Übersee Halt in der Markthalle in Hamburg.

Um 20 Uhr öffnet die Markthalle ihre Tore und eine Stunde später betreten Velnias pünktlich die Bühne.

Velnias

Velnias sind hierzulande eher unbekannt und machen seit 2006 gemeinsam Musik. Ihre Musik, Black Metal mit folklastigen Passagen, begeistert die Zuschauer, die bereits bei der Vorgruppe in großen Massen in die Markthalle strömen. Der Sound ist super, Velnias scheinen gut aufgelegt und füllen ihre 45 Minuten Spielzeit unterhaltsam und kurzweilig aus. Wann die einzelnen Lieder aufhören und ein neuer Song anfängt ist allerdings nicht so leicht zu erkennen, da die Band ihr Set in einem Stück durchprügelt und die einzige Ansage ein minimalistisches „Thank you.“ am Ende bleibt.

Nach einer viertelstündigen Umbaupause beginnt Agallochs Show. Sänger John Haughm entzündet Räuchergedöhns und die violett ausgeleuchtete Bühne versinkt mit Beihilfe der Nebelmaschine in Nebelschwaden. Haughm stimmt mit seiner Gitarre das Intro an, das zusammen mit dem Bühnenbild für Gänsehaut sorgt. Das Intro geht in „Into the painted grey“ über und spätestens jetzt läuft wohl jedem Anwesenden ein Schauer über den Rücken. Agalloch klingen live noch kraftvoller und fesselnder als auf CD.

In den folgenden knapp zwei Stunden präsentieren Agalloch einen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Dabei spielen sie Songs von allen bisher erschienenen Alben, so dass niemand zu kurz kommen dürfte. Die Zuschauer danken es den Amerikanern mit Headbangen und zwischenzeitlich sogar einem kleinen Pogo. Vor allem das Instrumental „Odal“ vom zweiten Agalloch-Longplayer „The Mantle“ und das Sol Invictus Cover „Kneel to the Cross“, das als endgültige Zugabe gespielt wird, kommen bei den Fans gut an. Einziger Wermutstropfen: Agalloch spielen kein „Unlike the waves“, das die Setlist perfektioniert hätte.

Agalloch

Zwischenzeitlich gibt es zudem ein paar Soundprobleme: Das Schlagzeug knallt zu sehr, der Bass ist teilweise zu laut und Gitarrist Don Anderson vergisst bei einem eigentlich cleanen Gitarrensolo den Verzerrer rauszunehmen. Das tut dem Gesamtbild aber keinen Abbruch, denn Agalloch spielen, ganz Profi, einfach weiter ohne sich etwas anmerken zu lassen.

Nach dem Konzert hat der geneigte Fan noch die Möglichkeit am Merchandise-Stand mit Velnias zu plaudern oder sich eine Rarität für die heimische Metalsammlung abzustauben. Darunter sind Tour Editionen der Agalloch-Alben, Vinylversionen und ein schickes Tourshirt.

Insgesamt haben sowohl Agalloch, als auch Velnias eine musikalisch hervorragende Darbietung abgeliefert und den Zuschauern einen kurzweiligen Abend geboten. Wer Agalloch live erleben möchte hat am kommenden Freitag auf dem Ragnarök Festival in Lichtenfels die vorerst letzte Chance dazu. Danach ist abzuwarten wann sie das nächste Mal wieder nach Deutschland kommen.

Setlist: Agalloch

  1. Into the painted grey
  2. Falling snow
  3. The watcher’s monolith
  4. Limbs
  5. Ghosts of the Midwinter Fires
  6. Of Stone, Wind and Pillor
  7. Our Fortress is burning… II – Bloodbirds
  8. Hallways of enchanted ebony
  9. Odal
  10. Dead Winter Days
  11. In the Shadow of our pale companion
  12. Kneel to the cross (Sol Invictus Cover)

 

 

 

 

 

Bericht und Fotos von Johanna Polle /  Natttfoedd – Photography

 

About nattfoedd

Ich heiße Johanna, bin einundzwanzig Jahre alt und studiere Medien und Kunst in Braunschweig. Meine Wohnung habe ich mit Filmplakaten tapeziert, meine DVD-Sammlung platzt aus allen Nähten und ich besitze mehr Bandshirts als andere Mädchen Unterwäsche. In meiner Freizeit arbeite ich als Videothekarin oder schreibe Texte für Dark News.

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Vielen Dank an Helge Roewer für das zur Verfügung stellen der bilder. http://www.hr-pictures.de/