Eisenfunk - Pentafunk

Eisenfunk – Pentafunk (Review und Kritik)

Eisenfunk - Pentafunk

Eisenfunk feiern fünfjähriges Bestehen – mit ihren passend getauften Album Pentafunk. Das 2007 gegründete Trio hat sich in der deutschen Szene bewährt, nicht zuletzt durch ihren frischen Ansatz und ihr humorvolles Selbstverständnis. Der Durchbruch der Band gelang wohl mit 8-Bit und dem Clubhit Pong, der monatelang rauf und runter gespielt wurde.

Schauen wir doch mal, ob die Münchner Senkrechtstarter auch diesmal wieder ein überzeugendes Werk abliefern konnten. Schließlich ist es es mittlerweile Version 5.0, die dort abgeliefert wird.

Los geht’s hier feierlich mit dem „Introludium“, bevor Eisenfunk sich mit „Pentafunk“ wieder neu erfinden. Die Neuinterpretation der Europahymne ist stimmig, Pentafunk hat als Titeltrack eh schon Tanzpflicht inklusive. „Pestilenz“ zeugt von ihrer Vielfalt, Michael variiert hier sogar seine Stimme, und der Text kann sich auch sehen lassen.

Bei diesen Songs merkt man auch wieder die Qualitäten eines Drummers an den Pads, ein Mensch kann’s eben immer noch besser als eine Maschine.

„Prehistorical“ ist ein tanzbarer Track, der jedoch insgesamt nicht viel Neus bietet. Eisenfunk’s Handschrift ist hier dennoch zu erkennen.

Mit „Neandertal“ präsentiert uns das Trio einen schönen Stampfer, der sich gekonnt über unsere materialistische Gesellschaft lustig macht. Knallhart weiter geht es dann mit „Traditional“. Hier kommen Michaels und Arthurs Vorlieben für Mittelalter- und Marschmusik zusammen und kreieren mit Tonis Synth-Läufen ein mitreißendes Stück, das nur für einen Zweck geschaffen wurde: Die Leute zum Tanzen bringen!

Kreuz und quer geht es weiter auf diesem Album, dass erfolgreich aus jeder Stileinordnung schlüpft. „Taiko“ ist, wie der Name vermuten lässt, ein von japanischen Klängen angehauchtes Stück. Bis dann auf einmal Leben in die Trommeln kommt und die Flöten elektronische Verstärkung bekommen. Ein weiterer treibender Song für die Tanzfläche, der wieder ohne Gesang auskommt.

Eher schwer und getragen kommt „Jericho“ daher, der mit seinem langsamem Beat ein melancholisches Feel zu erzeugen weiß. Dieses hat sogar eine ziemlich hypnotische Wirkung, sodass die abwechslungsreiche Percussion das Stück zielsicher über die fünf Minuten bringt. „Vampire Hunt“ und „Eiszeit“ plätschern leider nur vor meinem Ohr dahin, es fällt schwer, charakteristische Sachen an den Songs auszumachen. Trotzdem sind die Stücke natürlich gut gemacht, hier hätte sich allerdings durchaus ein wenig Gesang angeboten.

Das Münchner Trio

Eine echte Perle haben die wahrhaft nicht stilscheuen Eisenfunker mit „Funk’n Base“ am Start. Er zeigt zwar leichte Verwandtschaft mit Werbepause von der Schmerzfrequenz, hat aber dennoch mit seinem ungewöhnlichen Beat etwas ganz Eigenes, das diesen Track zum meinem persönlichen Favoriten des Albums macht.

Im Folgenden kommt dann Eisenfunks humorvolle Seite zum Vorschein: „Uncle Sam needs you“ erinnert an 90er Eurodance während „Camperglück“ und „Jinglefunk“ einfach nur zeigen, dass man alles industrialisieren kann, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Diese Songs wären aber grundsätzlich auch für die Tanzfläche geeignet.

Die beiden Remixes zum Abschluss sind meiner Meinung nach viel besser gelungen als die unzähligen Pong-Versionen auf 8-Bit. Centhron und Bodyharvest haben hier gute Arbeit geleistet.

Fazit:

Ein gutes Eisenfunk-Album mit einigen mittelmäßigen Songs, immer tanzbar und in stetiger Weiterentwicklung des Stils der Münchner. Wer den Vorgänger gut leiden mochte, wird hier nicht enttäuscht werden. Das nächste Mal vielleicht doch weniger Songs, dafür aber wirklich nur die ausgefeilten aufs Album packen. Und bei manchen vielleicht noch ein wenig Gesang dazu, dass Michael seine Stimme variieren kann, hat er ja hier schon bewiesen.

Tracklist:

01. Introludiom
02. Pentafunk
03. Pestilenz
04. Prehistorical
05. Neandertal
06. Traditional
07. Taiko
08. Jericho
09. Vampire Hunt
10. Eiszeit
11. Funk´n Base
12. Uncle Sam Needs You
13. Camperglück
14. Jinglefunk
15. Pentafunk (Pentafuck RMX)
16. Pentafunk (RMX by Bodyharvest)

(7 / 10)

Erscheinungsdatum:

12. August 2011

Anspieltipps:

Pentafunk; Pestilenz; Funk’n Base

Links:

eisenfunk.de


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  • Dark Elektro Queen

    Von mir leider nur 1 Punkt. Habe das Gefühl, Eisenfunk versuchen dank des genialen Clubhits „Pong“ mit einem halbfertigen Album schnelle Kasse zu machen.

    Das einzige halbwegs ansprechende Stück „Pentafunk“ hat zudem eine geklaute Melodie. Überlege schon die ganze Zeit, komme aber nicht auf den Namen des Stücks. Ist auf jeden Fall etwas mit weiblichem Gesang.