Heaven Shall Burn – Iconoclast (Review und Kritik)

Heaven Shall Burn - Iconoclast
Heaven Shall Burn - Iconoclast
Heaven Shall Burn ist wohl eine der Bands, die nicht nur aufgrund des rabiaten Klangs viele Fans haben, sondern auch wegen ihrer teils hoch politischen Lyrics. Im Jahre 2008 veröffentlichten Heaven Shall Burn ein weiteres Album mit ebenso politischen Texten unter dem Label Century Media, welches auch für Bands wie Maroon, Arch Enemy oder Napalm Death bekannt ist, veröffentlicht. Die thüringer Jungs gehören definitiv zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Metalcores, aber bringen sie auch mit „Iconoclast“ den Himmel erneut zum brennen, oder bleibt es lediglich bei einem leichten Flackern?

Damit ihr nicht gleich einen Herzinfakt von aggressivem, lauten Sound bekommt werdet ihr sanft an „Iconoclast“ herangeführt: Das Intro, gespielt von Piano und Violine, hat bereits eine unglaubliche Wirkung und zieht den Hörer direkt in den Bann. Der Übergang in den zweiten Song „Endzeit“ ist perfekt eingespielt, durch das zuvorige ruhige Intro wird Marcus Stimme direkt noch mehr Aggressivität und Eindringlichkeit verliehen. Sägende Gitarren, knüppelnde Drums – Eben so, wie wir es von den Brandstiftern kennen und erwarten. Gerade weil man es von diesem Quintett nicht anders kennt, sind HSB zu einer weltbekannten Metalcore Band geworden und touren mit Größen wie As I Lay Dying oder Born From Pain.

Ein typisches Merkmal von Heaven Shall Burn ist es, dass Marcus tragische, traurige und besonders sozial kritische Texte mit einer unglaublich brachialen Wut ins Mikro brüllt, und seine Meinung alles andere als weinerlich rüberbringt. Was also 2004 mit „Voice Of The Voiceless“ gelang, schaffen die fünf Veganer nun mit dem sechsten Track Iconoclasts erneut. In „A Dying Ember“ werden Tragik und Aggression vereint. Was allerdings einige Hörer stören könnte ist der doch recht lang geratene instrumentale Part.

Die fünf Thüringer
Die fünf Thüringer
Direkt nach dem zuvor erwähnten, musikalischen Meisterwerk erwartet euch das nächste. „Joel“ – Ein Song der sich je nach Interpretation mit der Thematik Religion beziehungsweise Politik im Allgemeinen beschäftigt. Schöne Double Bass, schöne Gitarrenriffs. Wie könnte es besser sein? Gar nicht!

Ein weiterer Song, der erwähnt werden sollte, nein, erwähnt werden muss, ist „Black Tears„. Aber kennen wir den Titel nicht irgendwoher? Richtig, die schwedische Band „Edge Of Sanity“ veröffentliche die schwarzen Tränen schon im Jahre 1994, allerdings klang diese Version wohl für das Ohr vieler Hörer wesentlich entspannender als die Neu-Interpretation der fünf Core-Buben. Wer sowohl Original als auch Cover kennt, weiß, dass Welten zwischen beiden Vartianten liegen. Während Edge Of Sanity den Song durchaus ruhig spielten, ist die Neuauflage erfüllt von Wut, Hysterie und Aggression.

Das am wenigsten gehörte Stück auf Iconoclast stellt wohl Track 13 „Equinox“ wird ausschließlich von Streichinstrumenten und Piano gespielt. Eine durchaus willkommene Abwechslung, nach all dem Geballer, welches euch auf Iconoclast erwartet. Sicherlich wird diesem Werk weniger Beachtung geschenkt als allen anderen auf dem 2008 erschienenen Album. Wer sich das Album holt oder schon besitzt sollte jedoch unbedingt diese 3 Minuten und 10 Sekunden in Ruhe hören und auf sich wirken lassen.

MoshquitobildFazit: Der Himmel wird definitiv nicht nur leicht flimmern, er wird brennen und das soll er laut Alexander, Maik und Co. auch. Marcus Stimme ist zwar keinesfalls facettenreich und bietet so gut wie keine Abwechslung, dafür aber pure Wut, die einem glatt Gänsehaut verpassen kann. Sein Bruder kommt am Bass leider nicht so sehr zur Geltung, dennoch ist das, was man hört durchaus gut. Das Album an sich klingt alles andere als langweilig, da es viel Abwechslung bietet, und das nicht nur aufgrund der Stücke, die nur von klassischen Instrumenten gespielt werden. Kaufen sollte sich das Album auf jeden Fall jeder Fan der Truppe, da dieses definitiv zu ihren besten Alben gehört. Heaven Shall Burn machen ihrem Namen als einer das Spitzenreiter in Sachen Metalcore alle Ehre und setzen mit Iconoclast einen Meilenstein ihrer Bandgeschichte.

    Trackliste:
  1. Awoken (Intro)
  2. Endzeit
  3. Like A Thousand Suns
  4. Murderers Of All Murderers
  5. Forlorn Skies
  6. A Dying Ember
  7. Joel
  8. A Quest For Resistance
  9. Black Tears
  10. The Bombs Of My Saviours
  11. Against All Lies
  12. The Disease
  13. Equinox
  14. Atonement
9/10
9/10
Anspieltipps:
Endzeit, Murderer Of All Murderers, Black Tears

Erscheinungsdatum:
28.01.2008

Heaven Shall Burn Homepage

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