Konzertbericht Lacrimosa, WGT 2013

Seit mittlerweile gut 14 Jahren kenne ich nun schon die Musik von Lacrimosa und besonders das Album „Fassade“ hat mich in den letzten Jahren immer wieder begleitet. Für mich drücken die wunderbaren Texte vielfach das aus, was „Gothic“ bedeutet. Zudem kenne ich keine Band, die die Liebe und alle damit verbundenen Gefühle auf so gute Weise auf den Punkt bringt.

Endlich gab es eine Gelegenheit für mich, Lacrimosa zum ersten Mal live zu sehen: Beim diesjährigen WGT in Leipzig. Um einen möglichst guten Blick auf die Bühne zu haben, begab ich mich schon sehr zeitig in die AGRA-Halle. Eine gute Entscheidung, denn schnell füllte es sich und ich war froh, relativ weit vorne stehen zu können. Lacrimosa gaben einen fulminanten Auftakt mit Klassikern wie „Ich bin der brennende Komet“, „Alleine zu zweit“ und „Liebesspiel“. Daraufhin verkündete Tilo, dass dieses Konzert etwas Besonderes sei, nämlich zum einem das Ende ihrer Welttournee als auch ihr 20-Jähriges WGT-Jubiläum. Es folgten vor allem Lieder aus dem neusten Album, Revolution, durchmischt mit so manchem Klassiker, was vor allem die vielen langjährigen Fans erfreute.

Ich freute mich besonders über die Songs vom Fassade Album, die mich zum Teil wieder sehr berührten. Von manchen neuen Songs war ich ebenfalls sehr angetan, die durchwegs alle sehr gut performt waren. So blieben mir besonders „Weil Du Hilfe brauchst“, „Revolution“ und „Irgendein Arsch ist immer unterwegs“ im Gedächtnis. Tilo kündigte „Irgendein Arsch ist unterwegs“ auf sehr humorvolle Weise an, indem er den tieferen Sinn des Liedes erläuterte: „Es gibt Tage, an denen einfach alles perfekt ist und dann kommt irgendwer vorbei, der mit einem Satz oder einer Geste alles zu Nichte macht. Irgendein Arsch ist immer unterwegs“. Wer kennt das nicht? Im Vorfeld hatte ich Diskussionen mitbekommen, in denen der Titel kritisiert wurde und dass es doch untypisch für Lacrimosa wäre, sich auf diese verbale Ebene herabzulassen. Ich bin der Meinung, dass es Sachverhalte gibt, die man eben so ausdrücken muss, wie sie sind. Und Lacrimosa haben auch in der Vergangenheit an sich auch nie ein Blatt vor den Mund genommen. Ganze anderthalb Stunden spielten Lacrimosa und gaben noch drei Zugaben. Ich verließ jedenfalls begeistert und glücklich die AGRA-Halle- es war mir sogar egal, dass es draußen in Strömen regnete, als ich das Gelände verlies. Dies war mit Sicherheit nicht mein letztes Lacrimosa Konzert.

 

Über Lacrimosa:

Lacrimosa wurde 1990 von Tilo Wolff gegründet und zeichnet sich durch lyrische, zumeist in Deutsch verfasste Texte aus, die sich mit allen Facetten der Liebe, dem Menschsein und der heutigen Gesellschaft auseinandersetzen. Dabei verbinden sich Stilmittel des Metal und der klassischen Musik. Die Standardbesetzung stellt eine klassische Metalcombo mit Schlagzeug, zwei Gitarrren, Bass und Keyboard dar und wird regelmäßig durch namhafte Orchester, wie dem Babelsberger Filmorchester oder dem London Symphonie Orchester, unterstützt. Das neuste Album von Lacrimosa kam im September 2012 auf den Markt und trägt den Namen Revolution. In den letzten Jahren sind Lacrimosa fleißig auf Tour gewesen und haben erfolgreich mit ihrer Musik Südostasien, China, Russland und Südamerika erobert.

About Juno

Alter: 27 Beruf: Magister in Orientwissenschaften mit Jura und Politik, derzeit Zweitstudium Kunst-Musik-Medienwissenschaften, arbeite nebenher in einem Programmkino. Hobbies: Schreiben, schneidern, Klamotten entwerfen, orientalischer Tanz und Modern Dance, uvm. Lieblingsmusik: Von Metal und Rock bis hin zu Elektronischem sehr vieles. :)

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Vielen Dank an Helge Roewer für das zur Verfügung stellen der bilder. http://www.hr-pictures.de/