SHRIKE – „Sieben“ (Review)

Die berliner Black Metal Band SHRIKE präsentiert uns stolz ihr neues Album Sieben. Ein Album voller symbolischer Kraft für die Band, die seit 7 Jahren besteht und sich beständig weiter entwickelt. Sieben ist mit seinen 5 Songs ein verhältnismäßig kurzes Album, das aber durch starke und kraftvolle Lieder einen tiefen Einblick in die Band ermöglicht.

Ohne großes Vorgeplänkel startet das Album mit dem Lied Kreise direkt heftig ein. Das Lied besticht durch gnadenlos schnelle, treibende Drums, die den Hörer sofort in einen reißenden Fluss aus Rhythmus und Screams werfen. Das Lied wirkt unglaublich dicht an Abwechslung, doch schafft es SHRIKE, den Song letztendlich vor dem Umschwingen ins Überladene zu retten und zu einem gelungenen Werk zu machen. Der Song erinnert ein wenig an Dark Funeral, Fans dieser Band werden sich also hier sehr wohl fühlen.

Kadaver  legt den Fokus eher auf die Gitarre, die im vorherigen Lied etwas im Hintergrund gehalten wurde, um den Fokus auf die Drums zu legen. Positiv fällt auf, dass der Sänger hier auch Stimmvariationen zeigt. Das Lied ist mit seinen 5:49 Minuten zwar einer der kürzeren auf dem Album, man schweift jedoch beim Hören in der letzten Minute ein wenig ab.

Weiter geht’s mit dem der Band gleichnamigen Song Shrike. Der Song kommt emotionaler als die ersten zwei rüber und ist ein klar durchdachter, mit technisch versierten Gitarrensoli gespickter Song, der durch seine leichte old-school-Färbung, die einen Hauch von Pink Floyd besitzt, besticht. Im Gegensatz zu Kadaver macht hier die Songlänge von 6:50 Mins gar nichts aus, da das Lied so vielfältig und interessant ist, dass man keine Chance hat, wegzudriften.

Von den Farben der Sehnsucht  verspricht allein des Titels wegen einen tief emotionalen Song. Man bekommt auch genau das, was man erwartet – eine dunkle, tragende Black Metal Ballade, deren Melodielinie wirklich faszinierend ist. Der Song hat mich vorallem durch das vorherige Hören der ersten drei, doch sehr harten, schnellen Songs überrascht. Die verzerrte Gitarre löst eine leichte Unruhe aus, die aber perfekt zum Song passt. Dieses Lied zeigt die faszinierende Vielfalt der Band. Die dissonante, ewig im Hintergrund spielende Melodie verpasst dem Lied eine ganz eigene, für meinen Geschmack wirklich tolle Schrägheit, die sogar fast ein wenig an die Meister der Dissonanz Cinema Strange erinnert. Auch die Stimmvariationen von Screams bis fast Märchenerzählung haben mich überzeugt. Ein absolutes Highlight des Albums!

Nach diesem Meisterwerk an Ballade hat es der letzte Song fast ein wenig schwer, noch einmal richtig zu begeistern. Er wirkt auch tatsächlich nicht ganz so überzeugend, wie seine Vorgänger. Ein durchaus solides Lied, das man aber recht schnell wieder vergisst. Doch bringt es dem Album keinen Abbruch.

Letztendlich lässt sich sagen, dass SHRIKE mit diesem Album wirklich etwas besonderes geschaffen hat. Es ist einerseits ein eingängies Black Metal Album, im Stil zwischen Nocte Obducta und Dark Funeral, doch schreckt die Band auch nicht vor Experimenten zurück, die sich vielleicht ein wenig dem konventionellen Black Metal entziehen.  Hört man sich das erste Lied an, ist man begeistert von seinem treibenden Rhtyhmus, aber neigt doch zu denken, dass die anderen Songs wohl in der gleichen Manier dahertraben werden. Doch dem ist bei weitem nicht so! Jedes einzelne Lied birgt Elemente in sich, die es einzigartig und das gesamte Album wahnsinnig abwechslungsreich machen. So überrascht das Album wirklich sehr positiv und lässt sich daher uneingeschränkt weiter empfehlen.

SHRIKE official: http://www.shrikeberlin.com/

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Tracklist:

1. Kreise
2. Kadaver
3. Shrike
4. Von den Farben der Sehnsucht
5. Grimassen

About Cyan

Seit 2 Jahren bin ich brotlose Japanologie- und Philosophiestudentin und daher von Haus aus verliebt in Worte und Text. Die zweite große Liebe gilt der Musik und zwar genau dieser, die an meinem Inneren zieht, mich festhält und nie wieder loslässt. Daran ist auch hauptsächlich mein Klavier Schuld, das auch bei jedem Umzug mit muss, da mein Herzblut an diesem Wunder aus Tasten hängt.

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