The Lightbringer - Quintessence of dawn

The Lightbringer – Quintessence of dawn (Review und Kritik)

The Lightbringer - Quintessence of dawn

Ich sage es offen und ehrlich, ich bin ein Black Metal-Kind der End-90er. Ich war Dimmu Borgir-Fan (Enthroned darkness triumphant war frisch auf dem Markt) und auch Cradle of filth haben mich begeistert. Haben mich damals aber die ganzen Klon-Bands eher gestört, finde ich gerade jetzt noch einige Perlen aus der Zeit, die mir damals entgangen sind. Dass man diesen Stil aber auch heute noch hin und wieder findet, freut mich umso mehr. Und ausgerechnet aus meinem aktuellen Lieblings-BM-Land Kanada kommen The Lightbringer, die so alt und dennoch erfrischend wie vor 15 Jahren klingen.

Viele Vorbilder scheinen den Kanadiern Pate gestanden zu sein, klingen die Leadgitarren nach Windir, atmosphärisch wabernde Parts und der Gesang haben einiges von Morgul, ein bisschen Emperor light hier, ein bisschen Cradle of filth-Songwriting da, viel Abwechslung und das vor allem sehr stimmig verpackt. Der Sound ist angenehm transparent, auch wenn das Schlagzeug druckvoller hätte sein können. Aber dies ist wie so oft meckern auf hohem Niveau, denn The Lightbringer verströmen ordentlich Power, wie in den schnellen Doublebass-Passagen oder während der hektisch anmutenden Blasts. Diverse Ruhepole in denen dann die fantastische Stimme Cylia Themens‘ sich so richtig entfalten kann, bringen noch mehr Abwechslung. Doch nicht nur dieser weiß zu gefallen, auch Clean Vocals, die dem ganzen einen gewissen Power Metal Touch geben, sind sehr kompetent und passen sich ebenso hervorragend ein. Die spacige Atmosphäre beeindruckt und macht mir viel Freude.

The Lightbringer

Einzelne Songs herauszugreifen ist nicht nötig, denn jedes der sechs überlangen Stücke bietet Überraschungen und das Niveau bleibt immer gleich hoch, keinerlei Ausfälle. Der ein oder andere wird schon gemerkt haben, dass das Namedropping den True-Black Metaller eher abschrecken wird und das ist duchaus auch ernst gemeint. Mit Black Metal hat die Musik wohl wirklich nur am Rande etwas zu tun, denn manche Melodien klingen einfach viel zu hoffnungsvoll, fast fröhlich. Und die Stilfremden Elemente dürften den meisten eher sauer aufstoßen. Ich denke jedoch, wer sich halbwegs offen zeigt, wird mit The Lightbringer einiges an Spaß haben. Denn was die drei Jungs und zwei Mädels hier an Spielfreude bieten wirkt einfach nur überzeugend. Allein der Titeltrack besitzt so viele Wendungen und vereint all das, wofür die Band steht. Die Verbindung aus epischem Power Metal und nordischer Aggression funktioniert jedenfalls perfekt, man hat jedenfalls beim Hören eher das Gefühl einer langjährig etablierten Band zu lauschen als einer jungen Formation, die das Album innerhalb kürzester Zeit zusammengestellt hat.

Fazit:

Das Album ist mittlerweile schon seit August letzten Jahres auf dem Markt, in Europa scheint es wohl gekonnt ignoriert zu werden, was ich persönlich sehr schade finde. Ich hoffe jedenfalls, dass sich ein deutscher Vertrieb ein Herz nimmt und dieses Meisterwerk auch bei uns veröffentlicht, es hätte es mehr als verdient. Ich bin mir ziemlich sicher, das The Lightbringer noch lange nicht das letzte Wort gesprochen haben!

Trackliste:

  1. The Septentrional Tower
  2. Garden of Forsaken Souls
  3. Confront the Great Abyssal Flames
  4. Guardian of the Celestial Spheres
  5. Constellation of the Gate of Gods
  6. Quintessence of Dawn
(9 von 10)

Erscheinungstermin:

27. August 2010

The Lightbringer Myspace

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