Voodoo Church – Eminence of Demons (Review und Kritik)

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Voodoo Church - Eminence of Demons

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kommen die Toten auf die Erde zurück. Das wussten schon Die Ärzte. In der Hölle muss jedenfalls sehr wenig Platz gewesen sein, denn auch Voodoo Church sind nach einer langen Phase des Tot seins – immerhin sind seit der legendären Debüt-EP (1982) und dem ersten Album „Unholy Burial“ (2006) ein paar Jährchen vergangen – wieder zurück unter den Lebenden Untoten, wieder mit Gründungsmitglied Rob Reimer, der von Voodoomeisterin Eva Winter wachgepikst wurde, und als ganz besonderen Gast den stilprägenden Deathrock-Gott Rikk Agnew von den legendären Christian Death.

Beide Namen sollten Deathrock-Fans in mittelschwere Extase versetzen, und das nicht ohne Grund: Der Sound von „Eminence of Demons“ ist dunkler, tiefer, melodischer, und durch den Input von Rikk Agnew auch etwas deathrockiger ausgefallen als der des Vorgängers. Tina Winters Stimme klingt nach einer etwas brachialeren Monica Richards (Faith and the Muse), damit GroupHellist alles versammelt, was man braucht für guten Deathrock mit Frau am Mikro. Die Gitarren geben ordentlich auf die Fresse, teilweise werden sogar Doom Metal-Sphären gestreift, die Band ist top eingespielt und die Gitarrenriffs sind eingängig. Sehr heavy Deathrock, perfekt ausbalanciert und auf den Punkt gebracht.

Sehr eingängig ist die Chose natürlich nicht, aber nach ein paar Hördurchgängen kristallisieren sich ein paar Suchtobjekte heraus: Die heißen „Crumble“, „Veils of Masquerade“, „Darker my Love“, „Delicious Suicide“, „Once Upon“ und „Untitled“. Wer da unbedingt eine  Referenz braucht, weil er die legendäre ’82er-EP nicht kennt, kann am ehesten verstehen, was ich meine, wenn er sich die härter ausgefallenen Songs des aktuellen Faith and the Muse-Albums genauer anhört.

FenrizVoodoo Church sind seit ihrer Wachpieksung eigentlich eine sichere Bank, „Unholy Burial“ war das auf jeden Fall (Mit genialem Cover von The Cures „The Figurehead„), und genauso ist es „Eminence of Demons“. Das Album schätze ich nach ein paar Durchgängen sogar als etwas stärker ein, es ist etwas dunkler, härter und melodischer als der Vorgänger, der mit Metal liebäugelte, aber nicht mit ihm ins Bett ging. Jetzt ist die Beziehung von Deathrock und Metal auf einem stabilen Niveau, auf dem nix mehr schief gehen kann. Wer also mit gutem, ausgereiften Deathrock etwas anfangen kann, muss sich das Album dringendst zulegen. Pubertät gibts auf dem Album jedenfalls nicht.

Tracklist:

  1. Crumble
  2. Darker my Love
  3. Burning Obsession
  4. Everywhere
  5. Death’s Messengers
  6. Glass Pyramid
  7. Entity
  8. Delicious Suicide
  9. Veils of Masquerade
  10. Flesh
  11. Unhappily ever After
  12. Lullaby Curses
  13. Idleness and Industry
  14. Once Upon
  15. Eminenza
  16. Untitled
8,5 / 10


Anspieltipps:

– Delicious Suicide
– Darker My Love
– Untitled

Homepage:

http://www.voodoo-church.com/

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