We Got This Far Cover

We Got This Far – Blunt Force Volume (Review und Kritik)

We Got This Far Cover
Blunt Force Volume Cover

We Got This Far – Kalifornisches Debütalbum mit Erfolgsgarantie

2006 treffen sich Ollie Marsh und Jason Silva während sie mit der aus San Francisco stammenden Band Stormdrain performten. Sie erkannten, dass sie sowohl auf musikalischer als auch auf persönlicher Ebene harmonierten und machten sich daran an einigen Songs zu arbeiten. Was 2007 folgen musste war klar, die Gründung der Industrial Metal Band We Got This Far. 2008 schließlich die erste Singleveröffentlichung „Bludgeon“ und Auftritte mit Bands wie Dawn of Ashes, Diabolic Disciple, Dismantled, VTG, 16 Volt, Deathline International, Mankind is Obsolete und zahlreichen andern.

Schließlich unterschreiben die Kalifornier einen Vertrag bei Spiralchords Music und im Sommer 2009 (21.August 2009) trumpfen sie mit ihrem Debütalbum „Blunt Force Volume“ auf. Von Tom Baker gemastert, der schon für Ministry, Nine Inch Nails und Static-X gemixt hat, und in den Fang Studios in San Mateo, California aufgenommen, sollte dieser Rundlich einigen Anforderungen gewachsen sein. Daher sollte man ein genaueres Augenmerk auf den Erstling der Kalifornier werfen.


Jason Silva
Jason Silva

Technische Daten: 10 Titel, Rund 50 Minuten, Songlänge variiert zwischen gut 2 und knappen 9 Minuten.

„Breath Before The Plunge“ ist der erste und kürzeste Titel des Rundlings uns eröffnet sofort, was sich auf der gesamte Platte halten wird. Markante Vocals von Seiten Ollie Marsh, eine musikalische Achterbahnfahrt der Gefühle und eine düstere Atmosphäre erzeugt durch lärmige Gitarrenriffs und düstere Synthesizer Klänge. Allgemein kann man „Breath Before The Plunge“ als eine Art Intro sehen und macht definitiv Lust auf mehr.

Gut eine Minute elektrischer Klänge vergehen, bevor der Vocal-Einsatz sich in „Like Dying“ bemerkbar macht. Die Synthesizeruntermalung hält an während der Vocalpart unermüdlich die düstere Botschaft („It feels like dying“) des Songs unermüdlich und unbarmherzig wiederholt.

Zerbrechlich und dennoch kräftig, hart aber dennoch harmonisch, ruhig aber dennoch lärmig. Das beschreibt den Song „Sedona“ wohl am besten. „Sedona“ klingt bedrohlich und düster und zieht den Hörer schon beim ersten Mal hören in seinen Bann. Der Track zeigt sich als absoluter Höhepunkt der Platte und verkörpert das was We Got This Far schlicht und einfach sind: wandelbar.

„Mistep“ klingt schon wieder etwas konventioneller. Verspielter als die bisherigen Songs, mit stärkerem Gitarreneinsatz und harmonischen, fließenden Vocals, aber dennoch kleinen musikalischen Ausschwenkungen in Electro – ähnliche Klanggefilde zeigt sich der Track als ein lyric – harmonisches Stück und veranschaulicht die immer wieder auftretende Frage („Where did I go?“) mehr als deutlich.

„Endgame“ zeigt sich als große Überraschung des Rundlings. Ruhig, mit gemindertem Tempo und sanften Vocal-Klängen zeigt es sich als das wohl Stück der Platte, das am meisten hervorsticht. Synthesizer erzeugen hier keine dunkle Atmosphäre, die Stimme zeigt eine beachtliche Leistung und selbst die Akustikgitarre kommt zum Einsatz.

Melancholie und ein gewisses Drängen wechseln sich in „Cave In“ ständig ab. Gesangspart, die verzweifelt, einem Mantra gleich klingen und eine Melodie, die melancholische Klavierklänge mit lärmigen Gitarrensounds verbindet. Auch dieser Song zeigt ein weiteres Mal, die Vielseitigkeit der Band und lassen ihn neben „Mistep“ und „Endgame“ teil der Riege verspielter Songs auf dieser Scheibe werden.

„Bludgeon“ ist von der bereits veröffentlichen Single bekannt und vor allem eins. Elektrisierend. Es vermittelt das Gefühl sich bewegen zu müssen, der Melodie mit dem Körper zu folgen. Der Anfang ist rhythmisch und mitreisend und bleibt die ganze Zeit über erhalten, während sich schließlich die letztem Melodiebausteine darum herumlegen und mit dem eindringlichen Gesang das Stück schließlich perfektionieren.

Von „Anywhere But Here“ erwartet man in den Sekunden zunächst ein elektrisches Stück, doch nach 16 Sekunden zeigt sich binnen eines Wimpernschlags was er wirklich ist. Das melodischste und gefühlreichste Stück, in dessen Melodie Melancholie und Verzweiflung als zentrale Themen herauszuhören sind.

Ollie Marsh
Ollie Marsh

„This Is Doom“ baut über eine Minute lang eine düstere, apokalyptische Stimmung auf, bevor schließlich sich ein zerbrechlicher, mehr gehauchter als gesungener, Gesang unter die verzerrten Klänge schleicht. Doch nach dreieinhalb Minuten wandelt sich das Stück allmählich. Ein kurzes Zwischenspiel klarer, unverzerrter Klänge lockert den Achtminuter auf, bevor er zu der nun wieder apokalyptischen und kriegerischen Stimmung zurück findet, bevor er sich ein weiteres Mal zu einem eher enthusiastischen Klangspiel entwickelt. Das Ende jedoch ist wieder von verzerrten Synthesizer und Gitarrenklängen geprägt.

Mit „Someone, Somewhere“ wird das Ende der „Blunt Force Volume“-Scheibe verzeichnet. Und ein bisschen wie ein Outro klingt es, mit den eher ruhigen Tönen und den zum Teil geflüsterten Vocals, sowie dem eher harmonischen Melodiegesamtbild, das nicht so starke Dissonanzen aufzeigt, wie in den vorhergehenden Stücken. Dennoch ist „Someone. Somewhere“ ein guter letzter Track und rundet das Klangwerk gekonnt ab.

Nachtfalter

Fazit:

Das Debütalbum der Kalifornischen Industrial-Metaller ist nicht nur abwechselungsreich, sondern auch vielschichtig und eines der besten Werke dieses Musikgenres, das mir in letzter Zeit zwischen die Finger kam. Mit diesem musikalischen Ideenreichtum und einer gewissen Verspieltheit, die im Industrial-Genre eher selten der Fall ist, zeigen sich We Got This Far als eine ganz besondere Band, deren weiteres Schaffen unbedingt zu verfolgen ist. Die Scheibe selbst ist ein Werk, das keine Mängel aufweist, ein Werk an dem man auch nach mehrmaligem Hören noch neues entdeckt. Ollie Marsh und Jason Silva haben mit „Blunt Force Volume“ ein unglaublich gutes und vor allem überraschendes Klangwerk erschaffen, das den Hörer in eine Achterbahn der Gefühle entführt. Ein Muss, für alle die Lust auf ein wenig Abwechslung haben.


Tracklist:


  1. Breath Before Plunge
  2. Like Dying
  3. Sedona
  4. Mistep
  5. Endgame
  6. Cave In
  7. Bludgeon
  8. Anywhere But Here
  9. So This Is Doom
  10. Somewhere Somewhen


10/10
10/10

Anspieltipps:

Bei jedem Mal hören, ist ein anderer Song der Beste


Veröffentlichung:

21.8.2009

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