A Spell Inside – Loginside (Review und Kritik)

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A Spell Inside - Loginside

Die Neusser A Spell Inside um Sänger Michael Roeder und Synthiefreak Peter Kirchmeyer gründeten sich bereits 1989, waren mir bis zur Veröffentlichung dieses Albums, „Loginside“, aber kein Begriff. Die Beschreibung machte mich aber doch hungrig: Eine Mischung aus Mesh und VNV Nation wird die Band genannt, mit ein paar Wave-Einschüben, also Zeugs, mit dem man mich in Clubs immer ködern kann. Da hat der Pressetextschreiber den Nagel auf den Kopf getroffen. „Loginside“ bietet wunderbaren Synthiepop höherer Qualität und teils clubbigen, teils wavigen Electro/Future Pop, der auch ganz gut in der nächsten Großraumdisko funktionieren würde.

Das soll aber kein Vorwurf sein, denn A Spell Inside bieten Tanzmusik auf einem Niveau, die auch Leuten schmecken sollten, die bei Electro nicht nur an Scooter denken. Trotz aller Eingängig- und Tanzbarkeit haben ASI genug Ecken und Kanten, um auf dem sehr ASI_Loginside_Pic1_960übersättigten Electromarkt zu überzeugen und konkurrenzfähig zu sein. Die bereits genannten Referenzen VNV Nation und vor allem Mesh sind hier als Inspiration doch leicht herauszufinden. Originell oder sonderlich eigenständig ist das nicht, aber Spaß macht es alle Male, und das nicht zu knapp. Spätestens im nächsten Club sollte man den Sinn des Albums herausfinden.

Bereits der Opener „Keener“ zeigt, was dieser ganz ungefähr sein könnte: Ein schön nach vorne gehender, tanzbarer und eingängiger Synthiepopsong, und auch „Reveal“ und das deutschsprachige „Stärke 10“ schlagen in diese Kerbe. Etwas langsamer lassen es „Your Eyes“, das mir nicht so zusagen mag, und das starke „Secret“, angehen. Nach diesem Song verflacht das Album etwas (Ausnahme ist das starke, an VNV Nation erinnernde „Waiting“): Die Hitdichte der ersten paar Songs wird nicht mehr erreicht, obwohl der tolle, atmosphärische Abschluss mit „Here To Stay“ und „Someone is Waiting“ nah dran kommt.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Ein starkes Album, das abgeklärt dahin geht, wo es soll, in Gehörgang und Tanzbein. Nicht alle Songs sind auf gleich hohem Niveau, aber auch die schlechteren Songs sind noch ganz gut. Ein wenig mehr Innovation hätte mir wohl gefallen, aber lecker ist das Album alle Male, sei es als Clubfutter oder für die Anlage zu Hause. Der etwas angerauhte Gesang verhindert, dass das alles zu glatt abläuft, so bleibt ein wenig mehr hängen. Die Stromlinienförmigkeit von Mesh, die diese Band allerdings auszeichnet, weil sie das selten gut machen, haben ASI zum Glück nicht. Eine reine Mesh-Kopie braucht schließlich niemand, egal, wie gut sie ist.

Tracklist:

  1. Keener
  2. Reveal
  3. Stärke 10
  4. Your Eyes
  5. Secrets
  6. Reality
  7. Waiting
  8. Not Enough
  9. I Will
  10. Chase
  11. Here to Stay
  12. Someone is Waiting
(7/10)
7 / 10

VÖ: Bereits erschienen

www.aspellinside.de/
www.myspace.com/aspellinside

Anspieltipps:

– Keener
– Reveal
– Stärke 10
– Secrets

About Fenriz

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