Blind Guardian – Beyond The Red Mirror

Hansi Kürsch und seine Mannen treiben nun bereits seit 1987 unter dem Namen „Blind Guardian“ ihr Unwesen. Mit „Beyond The Red Mirror“ legen die Krefelder ein opulentes Werk vor, das mit orchestraler Unterstützung ein weiterer Meilenstein in der Bandgeschichte werden dürfte.

 

Blind Guardian - Beyond The Red Mirror - Artwork

Mit „The Ninth Wave“ wird der Kurs klar gesetzt. Ein Mönchschor eröffnet eine diese vielschichtige CD und entführt den Zuhörer in eine phantastische Welt, die jeden sofort in seinen Bann zieht. Die Gitarren kommen gut rüber, während Hansi in seiner unnachahmlichen Art den Songs ein Gütesiegel aller erster Klasse verpasst. Mit gut 9 Minuten Länge gibt es in diesem Song jede Menge zu entdecken. Die Vorab-Single „Twillight Of The Gods“ sollte zwar schon bekannt sein, ist jedoch trotzdem ein absolutes Highlight. Melodischer wie zu Blind Guardian’s besten Zeiten rocken die Jungs sich durch den Track. Schnell und hart wird alles in die Waagschale geworfen, was diese Band so beliebt macht. „Prophecies“ ist eine der ungewöhnlichsten Nummern dieses Album. Abwechslungsreiche Tempi treffen auf eine Melodie, die einen nicht mehr los lässt und den Zuhörer durch den gesamten tag begleitet.

„At The Edge Of Time“ ist eine zeitlose Hymne, die an Bombast nicht mehr zu überbieten ist. Sanfte Streicher machen den Auftakt, ehe die Gitarren einsetzen und den Boden für eine gesangliche Glanzleistung von Hansi legen. „Ashes Of Eternity“ dürfte den True-Metalern die Freudentränen in die Augen treiben. Schnelle Drums, die sich mit satten E-Gitarren ein Duell liefern und Hansi, der diese Klänge nach seinem Geschmack mit seiner Stimme dirigiert. Eine weitere Hymne ist wohl ohne Zweifel „The Holy Grail“. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein, während die Bridge des Songs als ultimative Herausforderung zum Headbangen angesehen werden darf. Mit gut 8 Minuten Länge kann „The Throne“ punkten. Sehr untypisch für Songs dieser Länge ist es zweifelsohne, dass es zu keiner Sekunde langweilig wird, zu abwechslungsreich sind die Arrangements und Klangexperimente, die bei jedem Durchlauf den Zuhörer neue Details entdecken lassen.

„Sacred Mind“ ist das düsterste Stück des Albums. Nachdenkliche Klänge und ein langsam gesungener Text machen diesen Song zu einem dunkelromantischen Epos. Es schließt sich direkt die zauberhaft-verträumte Ballade „Miracle Machine“ an. Einer der großartigsten Songs in der Blind Guardian Historie. Den Schlusspunkt dieser Geschichte setzt „Grand Parade“. Es ist das zweite Stück dieses Albums, das sich über 8 Minuten erstreckt und darf zu Recht als neuer Meilenstein gefeiert werden. Instrumentalisierung, Melodie und Gesang sind einfach derart einzigartig, so hat man Blind Guardian schon lange nicht mehr gehört. Das Orchester verleiht dem Song eine unglaubliche Tiefe und Dramatik und gibt den Song eine wunderschöne Leichtigkeit, ohne dabei ins Klischee abzudriften.
Fazit: Blind Guardian verbinden mit diesem Album ihre eigene Geschichte zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. „Beyond The Red Mirror“ ist die Fortsetzung des unsterblichen Meisterwerks „Imaginations From The Other Side“. Ein absolutes Highlight-Album, das in keiner Sammlung fehlen darf. Absoluter Kaufbefehl !
Anspieltipps:
– The holy grail
– Miracle Machine
– Grand Parade

Tracklist:
1 – The Ninth Wave
2 – Twilight Of The Gods
3 – Prophecies
4 – At The Edge Of Time
5 – Ashes Of Eternity
6 – The Holy Grail
7 – The Throne
8 – Sacred Mind
9 – Miracle Machine
10 – Grand Parade

Label: Nuclear Blast
Format: Audio-CD
Genre: True Metal
VÖ-Datum: 30. Januar 2015
Webseite: http://vancanto.de/

Rezension: Fabian Bernhardt

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