Darkthrone

Darkthrone – Dark Thrones and Black Flags (Review und Kritik)

Darkthrone
Darkthrone

Darkthrone – Dark Thrones and Black Flags (Review und Kritik)

Zur Black Metal Legende Darkthrone muss man wohl niemanden viel sagen. Die Werke der beiden Urgesteine des „True Norwegian Black Metal“ Nocturno Culto und Fenriz sprechen für sich. Kaum eine Band repräsentiert die Einstellung des Black Metal so sehr wie die beiden Norweger mit dem wahrscheinlich rotzigsten Sound den man hören kann. Nach wahnsinnigen Charterfolgen in ihrer Heimat schließt sich nun auch „Dark Thrones and Black Flags“ der Punkattitüde seiner Vorgängeralben an.

Schon „The Winds they call the Dungeon Shaker“ kommt mit Genre-untypischem Sound daher, lässt aber keinen Zweifel daran offen wessen Stimme hier gewohnt räudig produziert aus den Boxen schallt. Darkthrone ist wahrscheinlich heute einer der letzten Bands bei denen man keine bessere Produktion erwartet, bzw. sie auch gar nicht hören möchte. Keine zweite Band wäre in der Lage ein Stück wie „Oath Minus“ so überzeugend rüber zu bringen. Man merkt den beiden Waldschraten einfach an das sie den Black Metal leben und ihre Musik nicht des Ruhmes oder Geldes wegen machen.

Den beiden „Hiking Metal Punks“ macht aber auch in Sachen punkige Riffs niemand etwas vor, wie sich schon im gleichnamigen dritten Stück der CD herausstellt. Der Mitgröhlfaktor ist auch hier nicht weniger hoch als die Versuchung sich grün und blau zu pogen.

Gitarrenlastig schallt auch „Blacksmith of the north“ aus den boxen und lässt auch ein Drumgewitter sondergleichen auf den Hörer einschlagen. Sowohl Nocturno als auch Fenriz geben hier, sowie beim darauf folgenden „Norway in September“,mal wieder alles. Besonders letzteres schafft sich grandiose Riffs und tieferen Gesang eine ganz eigene Atmosphäre.

Folgesong „Grizzly Trade“ weiß nicht weniger zu begeistern. Fenriz zählt nicht grundlos zu den besten Trommlern der Schwarzmetallszene. Besonders seine Drums fallen hier vordergründig auf und regen sicher auch den unmusikalischen Hörer dazu an die Air-Drums zu schwingen. Dies ist allerdings noch gar nichts gegen sein Solo und dem darauf folgenden Drumgewitter in „Hanging Out in Haiger“. Nocturno versucht sich in „cleanerem“ Gesang und klingt stellenweise sogar nach Motörhead´s Lemmy. Ein Song, der voll und ganz zu fesseln weiß.

Um so überraschender trifft es den Hörer beim Titelsong „Dark Thrones and black Flags“, denn hier handelt es sich um – wer hätte es geahnt? – ein Instrumental. Bei einer Über-Band wie Darkthrone ist dies aber nicht einmal negativ zu bewerten, denn der Kopf wippt von den ersten Tönen an mit und wenn man ehrlich ist, hat Nocturno auch nicht gerade ein Gesangskehlchen.

Außerdem poltert „Launchpad to Nothingness“ kurz darauf auch wieder gewohnt räudig aus den maträltierten Lautsprechern um auf den Ausklang mit „Which Ghetto“ vorzubereiten. Ein letztes mal wird hier satanischer Punkrock noch einmal richtig Groß geschrieben.

Tobias "Zigeunerjunge" Geers
Tobias

Fazit: Darkthrone übertreten Genregrenze wo sie nur können und schaffen es dennoch – oder gerade deshalb – Legenden auf ihrem Gebiet zu bleiben. Unaufgeschlossene Anhänger des alten Materials bis „Sardonic Wrath“ werden auch hier wieder böse gucken. Wer aber auf Hits im Sinne von „Too Old, too Cold“ steht wird von dieser Scheibe nicht enttäuscht werden, auch wenn ein solcher Über-Song leider nicht vertreten ist. Bleibt abzuwarten ob die beiden es auch mit diesem Album wieder zum norwegischen Pendant zu „Top of the Pops“ schaffen. Zu gönnen ist ihnen der Erfolg nach solchen Glanzleistungen auf jeden Fall.

 

Tracklist von „Dark Thrones and black Flags“

  1. The Winds They Called the Dungeon Shaker
  2. Death of all Oaths (Oath Minus)
  3. Hiking Metal Punks
  4. Blacksmith of the North (Keep That Ancient Fire)
  5. Norway in September
  6. Grizzly Trade
  7. Hanging Out in Haiger
  8. Dark Thrones and Black Flags
  9. Launchpad to Nothingness
  10. Witch Ghetto
( 8 / 10 )
( 8 / 10 )

Anspieltips:

– Oath Minus

– Hiking Metal Punks

– Hanging Out in Haiger

    Erscheinungstermin: 20.10.2008


    http://www.darkthrone.no

    About Zigeunerjunge

    Check Also

    Stone Sour besser denn je: Hydrograd

    Vor 25 Jahren hat Slipknot Frontmann Corey Taylor Stone Sour gegründet. Auch wenn es eine …

    • Anonymous

      egal ob black metal oder punk..darktrone ist darkthrone und über jede kritik erhaben..

    • Pazu

      Die ganzen Deppen die rumnölen, weil Darkthrone keine Alben mehr wie „Under A Funeral Moon“ oder „Transilvanian Hunger“ veröffentlichen haben keine Ahnung!
      Darkthrone haben den wahren Geist des Black Metals gewahrt! Gerade diese dreckige, punkige Attitüde ihrer neuen Alben ist Black Metal as fuck!
      Die Musik schreit geradezu: „Fick dich! Es ist uns scheissegal was du von uns hältst!“
      Ich liebe es!

    • Zige

      besser hätte ich es nicht sagen können ^^

      die Diskussion hatte ich erst vor kurzem, mit jemanden der mir erzählen wollte Darkthrone sei kein Black Metal mehr – den Status dieser Band werden 95% der Bands die von sich behaupten Black Metal zu machen nie erreichen. Die Leute wissen was sie tun – und sie machen es verdammt gut.

    • Viele vergessen halt das es beim Black Metal zum einen diverse Ideologien geben kann – die man verfolgt – oder aber auch bestimmte „Elemente“ des Black Metal nutzen kann.

      Was ist denn schon 100% Black Metal?

    • Watain?