Dunkelschön - Katharsis

Dunkelschön – Katharsis (Review und Kritik)

Dunkelschön - Katharsis
Dunkelschön - Katharsis

Wer von Euch in den letzten Jahren die mittelalterliche Musik in Deutschland eingehender beobachtet hat, der wird sicher schon einmal auf das Quintett Dunkelschön gestoßen sein. Gegründet haben sie sich im Jahre 2003 und bisher auch schon drei Studioalben veröffentlicht. Am 11. September erscheint die neue LP „Katharsis“ und ich habe für Euch einmal einen kritischen Blick auf diese Veröffentlichung geworfen.

Was bei der Besetzung der Band auffällt: bis auf Christian Wittkopf, der sich für die Trommeln verantwortlich zeigt, betätigen sich die restlichen Mitglieder neben der Instrumentierung auch auf dem Feld des Gesangs. Mittlerweile findet man diese Aufteilung auch bei Bands aus der Mittelalter-Szene nicht mehr so oft. Umso erfreulicher ist es, dass es bei Dunkelschön traditionell zugeht. Und genau diese gesangliche Vielfalt ist auch eines der Highlights von „Katharsis“. Anfangen möchte ich dabei bei Vanessa Istvan und Monika Klüpfel. Wer von den Beiden nun den Sopran und die Alt-Stimme übernommen hat, kann man natürlich nicht zuordnen, wenn man Dunkelschön nicht schon mal live gesehen hat. Ich hatte leider noch nicht das Glück. Auf dem Album zeigen die Beiden aber eine grandiose Leistung. So singt die Sopranistin wirklich wie ein kleiner Engel und wenn ich die Altistin höre, fühle ich mich schon sehr an die Sängerin von Ataraxia erinnert.

Dunkelschön
Dunkelschön

Und gerade das Wechselspiel macht es sehr angenehm das ganze Album über zuzuhören (was z.B. bei Ataraxia recht schwer fallen kann). Aber auch die Gesangsleistung von Nicolas von Stolzmann und Michael Kaiser sind im Vergleich nicht zu verachten, auch wenn sie leider nicht so vertreten sind wie der weibliche Part der Band. Erfreuliches gibt es auch im Bereich der Instrumentierung zu berichten. Während andere Bands damit beschäftigt sind die E-Gitarren aufzudrehen und so die ganze Mittelaltermusik zu vergewaltigen, gehen Dunkelschön den angenehmeren und lobenswerten Weg. Nämlich den Weg der Tradition. Mit Hilfe von Flöten, Drehleiern, Cello, Harfe, Trommeln und Akustikgitarre zeigt das Quintett wie Abwechslungsreich das Genre eigentlich sein kann. Denn auf eine Sture Abfolge von allseits bekannten Melodien wurde weitgehend verzichtet, vielmehr werden traditionelle Passagen mit eigenen Kompositionen verbunden. So entpuppt sich „Haganusa“ als irischer Tanzsong und „Aeris“ als eine klassisch anmutende Ballade. Mit „Deine Flammen“ gibt es zudem noch Stück voller Kraft, Rock und Emanzipation. Zwar werden hier moderne Drums verwendet, aber sonst werden auch hier die oben stehenden Instrumente verwendet. Und so vielfältig das Album auf der instrumentalen Ebene ausgelegt ist, so abwechslungsreich zeigen sich auch die Texte von den verwendeten Sprachen: Latein, Altdeutsch und Französisch dominieren das Album und ergänzen sich sehr gut.

Avatar-AnchantiaFazit:

Eine wirklich schöne Veröffentlichung, die mir hier ins Haus geflattert ist. Und endlich mal wieder eine Band die sich erfreulich von dem ganzen Einheitsbrei wie Schandmaul oder Soltatio Mortis abhebt. „Katharsis“ ist ein lebensfrohes Album für warme Sommertage. Ich persönlich finde es zudem als sehr tanzbar und deswegen vergebe ich gute 8 Punkte. Nun muss ich Dunkelschön irgendwann auch mal live sehen…

Tracklist:

1. Mandaliet
2. Kristallen den Fina
3. Askath, die weißen Raben
4. Lacrima
5. Mon Ami
6. Deine Flammen
7. Dein Gedenken
8. Mion Mar
9. Quite Lands
10. Haganusa
11. Aeris

Achtungsvoll: 8/10
Achtungsvoll: 8/10

Anspieltipps:
– Lacrima
– Mon Ami
– Kristallen den Fina

Label: Banshee Ra
VÖ: 11.9.2009

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