Livereview: Sonata Arctica 19.4.2014 Matrix Bochum

Das dieser Abend buchstäblich kuschelig werden würde, war mir auf der Anreise mit Blick auf die Schlange am Einlass bewusst geworden. Erstaunlicherweise waren von dieser Masse nur eine geringe Zahl haltlos überzeugt vom Material auf Sonata Arcticas neuer Scheibe „Pariah’s Child“ gewesen (Die meisten Loben die alten Werke bis „Unia“, besonders „Winterhearts Guild“ und „Reckoning Night“) und kein Mensch hatte zuvor eine Ahnung gehabt welche Support-Band uns präsentiert werden würde. Ein Kurzer Blick auf den Merchandise-Stand verriet die Band „Trick or Treat“ eine Band von der ich bis dato nichts bewusst wahrgenommen hatte. Und im Nachhinein – Asche auf mein Haupt – frage ich mich warum nicht?!

Trick or Treat

In der Randvollen „Tube“ der Matrix Bochum kommt der fünfer aus Italien auf die Bühne und legt los das ich mir denke, das es für Sonata Arctica ziemlich Riskant sein könnte diese Kapelle als Vorband auf die Bühne zu schicken: die bewegen sich nämlich stilistisch zwischen ihnen selbst in der „Wie schnell können wir noch spielen“-Phase und den guten alten Rhapsody, gefüttert mit einer Ladung Edguy-artigem  Humor. Dazu Songtitel wie „Loser Song„, „The Tale of Rowsby Woof“ und zum Schluss „Like Donald Duck“ sorgen für ziemlich bombige Stimmung. Diese Jungs haben ordentlich was auf dem Kasten, Spass und Spielfreude. Der Höhepunkt ihres Sets ist jedoch ein Cover das für sich selbst spricht:

Ich bin wirklich gespannt wo es mit dieser Band hingeht. Potential und Alleinstellungsmerkmale sind da. Nach einer viel zu kurzen Spielzeit von etwa 40 Minuten verlassen Trick or Treat die Bühne und hinterlassen ein aufgewärmtes Publikum in der engen, heißen und langsam auch stickigen Tube.

 

Sonata Arctica

Mit dem Opener ihres neuen Albums „The Wolves die Young“ beenden Sonata Arctica die Umbaupause und gehen straight zur Sache. Augenblicklich wird klar, aus welchem Grund das aktuelle Album zwiespältig angenommen wurde: nichts auf CD kann eine Livepräsenz ersetzen und die von Sonata ist Essentiell bei diesem Material. Weiter gehts mit „Losing my Insanity“ vom letzten Album, ehe man sich dem Euphorisch begrüßten „My Land“ widmet.

Weiter gehts mit „In the Dark“ von „The Days of Grays„, ehe mit neuem Material weiter geht, melodiös mit „Cloud Factory“ und düster mit „What did you do in the War, Dad?„.
Und danach kommen Klassiker, die das Publikum buchstäblich von „köchelnd“ zu „siedend“ treiben: „FullMoon„, „Black Sheep„, „Tallulah“ und das Progressive „White Pearl, Black Oceans„. Etwas Neueres kommt mit „I Have a Right“ und danach die Dauerbrenner „Kingdom for a Heart“ und „Wolf&Raven„, ehe die Band die Bühne verlässt um sich für die Zugabe wieder herausbitten zu lassen.

Die besteht aus dem neuen „Blood„, dem positiven „San Sebastian“ und dem wuchtigen „Don’t Say a Word„. Mit einer Bitte um Applaus für den neuen Bassisten Pasi Kauppinen endet ein Gig der das Publikum hat Kugeln schwitzen lassen, aber zu keiner Zeit enttäuscht hat. Klasse!

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Fazit: Die Studioalben von Sonata Arctica werden für den einen ambivalenter, für den anderen immer durchwachsener aber live sind sie immernoch eine nicht zu unterschätzende Band.

Bildquelle

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