Masters of Dark Fire – Dead Spots (Review und Kritik)

Masters of Dark Fire - Dead Spots

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mich bescheuerte Bandnamen verfolgen. Nachdem Anders Manga unter einem bescheuerten Namen ein gutes Album veröffentlicht haben, gebe ich ergo auch den Masters of Dark Fire eine Chance, den bescheuerten Bandnamen mit guter Musik zu kaschieren. Klassischer Goth Rock soll es sein, was auf „Dead Spots“ geboten wird. Gerade da ist immer Vorsicht geboten vor Etikettenschwindlern, da ich unter „klassischem Goth Rock“ nicht unbedingt verstehe, dass man sich bei gängigen Metalbands, die unter dem Namen „Gothic“ laufen, bedient. Dass die Band etwas kann, steht außer Frage: Schließlich hat man den Battle of the Bands des Sonic Seducers gewonnen. Wie das auf einem Fulltimealbum klingt?

Vorneweg: Nicht nach „klassischem Goth Rock“. Keine Sisters, keine Mission, keine Children on Stun, keine Siouxsie. Das Album fährt eher auf der Schiene Manson, Paradise Lost und Nightwish, dezent ausgeschmückt mit Elektronischen Einflüssen und dem Wechselspiel rauhe, männliche Stimme (die meist zum Glück auf Growls verzichtet) und einer weiblichen Stimme, die die übliche Den-Adel-Espaenes-Turunen-Olzon-Klone zum Glück nicht als Vorbild gehabt hat – Vielmehr klingt die Dame rockig, gottseidank.

Also. Obwohl das Album ja nun alles andere als klassischer Goth Rock ist, ist es alles andere als schlecht. Den Masters of Dark Fire kann man aber vor allem eines attestieren: Talent. Und damit auch leider auch noch Ausbaufähigkeit, gemessen an ebenjemem Talent. Von der gepriesenen stilistischen Variabilität ist nicht viel zu spüren, die Songs schwanken zwischen Mittelmaß und ziemlich gut, Ausfälle gibt es keine. Die Band hat auf jeden Fall nicht ohne Grund den Battle of the Bands-Talentwettbewerb gewonnen.

Fenriz

Dass es noch ein wenig zusammengestückelt und ab und an auch etwas zerfahren wirkt, darüber kann ich, gerade bei Debütalben, die oft mehr eine Zusammenstellung diverser Songs aus der frühen Phase einer Band sind, hinwegsehen. Richtig gut gelungen und damit als Reinhörtipps gut geeignete Songs sind „Zombie Walk“, das schön treibt, und das etwas nach Frank the Baptist auf Electro klingende „Carnival“, das eine schöne Stimmung verbreitet. Dass die 7 Punkte nicht stehen, liegt vor allem am Etikettenschwindel. Aber reinhören ist auf jeden Fall keine Zeitverschwendung.

Tracklist:

  1. Dead Spots
  2. TSS – Fingerprints in my Life
  3. Too Late
  4. The Pirate
  5. City of the Damned
  6. Pesnja
  7. Garden of Love
  8. Zombie Walk
  9. Carnival
  10. Dullahan
  11. She Walks in Beauty
  12. Singing Bride
  13. When I am Dead

VÖ: Bereits erschienen

www.modf.de

www.myspace.com/mastersofdarkfire

6,5

Anspieltipps:

– City of the Damned
– Zombie Walk
– Carnival

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  • King

    Und was der Rezensent nun unter „klassischem Gothic Rock“ versteht ist maßgeblich, weil er ja dabei war, als es passierte. Ich höre bei der Platte durchaus den Einfluß der Recken aus den 80ern. Hier mit Nightwish anzukommen, ist ziemlicher Blödsinn.

  • Fenriz

    Da machst du mir nix vor, und sich von Bands inspirieren zu lassen, die die Sisters of Mercy zu ihren EInflüssen zählen, macht eine Band auch nicht „klassisch Goth Rock“.Ich bin nicht ohne Grund der Mann vom Fach (und 80er-Jäger und -Sammler).