Rezension: STORMHAMMER – ECHOES OF A LOST PARADISE

 

Die Band Stormhammer wurde 1993 in München gegründet und kann in ihrer mehr als zwanzig-jährigen Karriere auf vier Studioalben und zahlreiche Tourneen mit Größen der Metal-Szene wie Blind Guardian, Grave Digger u.a. zurückblicken. Doch wie soft in einer langjährigen Bandgeschichte blieben auch sie nicht von Umbrüchen verschont. Es kam zu Umbesetzungen in der Band, inzwischen sind nur noch die zwei Gründungsmitglieder Manny Ewender und Horst Tessmann in der Truppe verblieben.

Stormhammer_Namd

Seit dem letzten Album SIGNS OF REVOLUTION sind nun auch wieder sechs Jahre vergangen und die Bajuwaren melden sich in neuer Besetzung (mit Sänger Jürgen Dachl, Drummer Chris Widmann und Gitarrist Bernd Intveen) mit ECHOES OF A LOST PARADISE zurück. Es ist wohl nur natürlich, dass sich die gravierenden Veränderungen im Lineup auch auf den Bandsound ausgewirkt haben, mit den Neuzugängen setzen Ewender und Tessmann auf eine wesentlich härtere Karte und die neue Gangart tut der Musik spürbar gut, so steht der glatte Symphonic-Sound von damals stärker im Hintergrund und es wird mehr auf das messerscharfe Riffing gesetzt, so wurde der Klang dunkler, vielschichtiger und hat mehr Ecken und Kanten als man es bisher von der Band gewöhnt war. Nach dem epischen Opener „Remembrance“ gibt’s gleich die erste Granate auf die Ohren: „Glory Halls Of Valhalla“, der Song bietet wirklich alles was das Metalherz begehrt mit viel Pathos und Heldenchören werden einerseits bestimmte Power-Metal-Klischees bedient, andererseits stehen da das knallharte Riffing und die rauhe im Thrash beheimatete Stimme von Jürgen Dachl. Genau dieses Kontrast-Programm zieht sich durch das komplette Album und macht seinen speziellen Charme aus.

Fazit:
Stormhammer haben sechs Jahre bis zur Veröffentlichung ihres aktuellen Albums gebraucht und mussten offensichtlich einige Schwierigkeiten überwinden, doch die gravierende Umbesetzung hat der Truppe nicht geschadet, nein sie liefern stattdessen ein sehr selbstbewusstes Comeback mit tollen und intelligent komponierten Songs ab. ECHOES OF A LOST PARADISE ist mit 12 Titeln und 62 Minuten Spielzeit üppig ausgestattet, das Liedgut bietet ausreichend Abwechslung. Von echten Power Metal Krachern, thrashigen Granaten und kraftvollen Mid-Tempo Songs bis hin zur Ballade ist alles vertreten. Der harte Sound steht den Metallern gut zu Gesicht, das Songwriting ist gut durchdacht, aber nicht zu komplex. Auch am Sound gibt es nichts zu meckern, die Produktion ist klar, satt und nicht steril, also macht echt Laune. Mit dem neuen Werk haben die Mannen von Stormhammer glaubhaft bewiesen, dass sie noch lange nicht weg vom Fenster sind.

Tracklist:

  1. Remembrance

  2. Glory Halls of Valhalla

  3. Fast Life

  4. Echoes of a lost Paradise

  5. Leaving

  6. Bloody Tears

  7. Holy War

  8. Black Clouds

  9. Into darkest Void

  10. Promises

  11. Stormrider

  12. The Ocean

About Martin Sadat

Bin ein musikverrückter Mittvierziger, der es nie zum Musikerdasein gebracht hat und deshalb seine Leidenschaft mit Schreiben über die schönste Sache der Welt auslebt, auch Radiomoderation und ein eigener Sender gehören zu meinen künstlerischen Ambitionen. Musik hat die besonders schöne Eigenschaft, dass sie nicht nur Emotionen transportiert, sondern auch für ein Leben lang wach hält, wer kennt nicht die besonderen Momente im Leben, an die man sich beim Hören bestimmter Stücke erinnert. Deshalb bin ich der Auffassung, dass der eigene Musikgeschmack nie breit genug sein kann, denn die Qualität zählt und nicht das Genre. So hat John Coltrane ebenso seinen Platz in meinem Leben wie die Beatles und Black Sabbath. Sonst halt ich's einfach mit Neil Young: Keep On Rockin' In The Free World.

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