Thundra – Ignored by Fear (Review und Kritik)

Thundra - Ignored by Fear
Thundra - Ignored by Fear
Schon 11 Jahre existiert das pfiffige Wortspiel Thundra aus Tundra und Thunder, hinter dem 5 Jungs aus Norwegen stecken und seitdem eine gelungene, subtile Mischung aus so einigen Genres hervorbringen. In diesem Jahr hat das Quintett erstmalig ihr drittes Studioalbum unter dem Label „Einheit Produktionen“ veröffentlicht und wieder einmal ein auf den ersten Blick einwandfrei mit einem einzigen Genre kompatibles Album geschaffen – „Ignored by Fear„. Was noch dahiner steckt und ob es überhaupt gelungen ist? Das alles folgt.

Man kann durchaus sagen, dass die Jungs von Thundra musikalisch einen Wandel und damit verbunden einige Höhen und Tiefen durchgemacht haben. Zwei Jahre nach Bandgründung, 2000 also, hat die Band ihr erstes Album „Blood Of Your Soul“ unter Spinefarm Records mit guter Resonanz aufgenommen und veröffentlicht.
Anschließend haben sie das Label an einem Sound arbeitend im Jahre 2003 verlassen und die neuen Songs geschrieben. Nach harter Arbeit an ihrem nächsten Album „Worshipped By Chaos“ im Black Dimension Studio (2004), veröffentlichten sie es Anfang 2005 unter der Führung von Stein Sund zusammen mit Thor Erik Helgesen.
Januar diesen Jahres unterschrieben Thundra einen Vertrag mit Einheit Produktionen und brachten Ende August die neueste Platte „Ignored by Fear“ heraus.

Band Thundra
Band Thundra
Stellt man also dieses wandlungsträchtige Werk an, beginnt es direkt mit dem längsten Song: „Inner Struggle“ ist eine 9 Minuten andauernde Veränderung. Wieso Veränderung? Der Track ist durchaus recht komplex und schwer überschaubar: So beginnt er recht tragend und ziehend, als würde er den Hörer nicht vor sich hertreiben, wenn auch langsam, sondern lediglich hinter sich her ziehen. Wer die Bezeichnung Viking Metal als Begriff für dieses Album las, wird direkt überrascht sein. Es ist keineswegs traditionelles Wikingermetall, wenn man es denn so nennen will oder kann, sondern eine Mischung aus einigen Genres. Den Anfang begleiten abwechselnd Screams und Growls, zwischenzeitlich immer von Klargesang unterbrochen, nur um dann von einem atmosphärischen und dank des Synthesizers passenden Gitarrenspiels abgelöst zu werden.
Ungefähr nach 3 Minuten ändert sich die eben beschriebene Struktur wieder in die Solche, dass der Hörer geschoben, getrieben wird und es beinahe für kurze Zeit den Charakter eines Hardcore-Songs annimmt. Ein harmonsicher Gitarrenausklang mit ein wenig klaren Gesang stellt also das Ende des langen Intros dar.

Der gelungenste Song wird dann „As I“ sein. „As I“ ist deshalb der Höhepunkt, weil man hier am meisten Struktur findet. Das auffallendste Kriterium ist, dass das von Harald geführte Schlagzeug äußerst gut an den Gesang angepasst ist und sich somit schon allein stilistisch vom Rest abhebt und eine mitreißende Atmosphäre schafft: Im ersten Moment treibend und knallig, im Nächsten dann beinahe leidvoll.
An wenigen Stellen zudem hat die Band manch ein Gitarrensolo platziert, das von der Tonhöhe schon aus dem Power Metal stammen könnte. Die restliche musikalische Umgebung jedoch negiert diese Vermutung ziemlich schnell. Die Plakette des Viking Metal lässt sich extrem schweren Mutes aufkleben, denn eigentlich ist das Sinnbild für dieses Genre die Texte über Wikinger gemischt mit Death Metal-Einflüssen. Letzterer lässt sich finden, dennoch wurden die Texte, wie erwähnt, nicht gut genug rübergebracht und transporiert und somit hört sich das ganze im Grunde kaum nach Viking Metal an.

Skaal
Skaal
Fazit: Thundra haben hier ein im Grunde gutes Album produziert. Die Songs an sich sind gut strukturiert und durchdacht, dann aber eher musikalisch – rein lyrisch wird das kaum oder zumindest nicht überzeugend zum Hörer getragen. Man kann es mit einem Gemälde vergleichen: Stellt man sich einen halben Meter davor und sieht einen kleinen, begrenzten Ausschnitt (in diesem Fall einen Song), so kann dieser wunderbar gefallen und durch und durch gelungen sein. Macht man dann einen Schritt zurück und sieht das Gesamtwerk, wird einem klar, dass der eine Teil und auch die anderen garnicht zueinander passen und nur in sich selbst schlüssig sind.
In etwa so verhält es sich in „Ignored by Fear“. Durchdacht gute Songs kann man finden, jedoch fehlt mir persönlich die Struktur und eine Gesamtordnung, die ich hier leider nicht aufspüren konnte. Wer sich aber davon nicht abhalten lässt und dem knallige Drums und Growls, die selbst dem Zuhörer Halsschmerzen verursachen, zusagen, dem sei der Kauf empfohlen. Fans und Leute mit Erwartungen an traditionellen Viking Metal mit all seiner Melodie und lyrischen, mehr oder weniger tiefen, Verbindung zur nordischen Geschichte, sollten dann aber doch die Finger davon lassen, wenn sie oben Genanntes denn wirklich erwarten.

Trackliste:

  1. Inner Struggle
  2. Storm Within
  3. Formed by Power
  4. Scarred
  5. As I
  6. Suffocation
  7. The Gate
( 7,5 / 10 )
( 7,5 / 10 )
Anspieltipps:
Scarred, As I, Inner Struggle

Erscheinungsdatum:
28.8.2009

Thundra Homepage
Thundra bei MySpace

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