Týr - The lay of thrym

Týr – The lay of thrym (Review und Kritik)

Týr - The lay of thrym

Zwei Jahre sind ins Land gezogen seit der letzten Veröffentlichung der Färöer Metaller Týr. Ihre neuste CD trägt den Titel „The Lay of thrym“ und ist ein Konzeptalbum, das vom König Thrym, der den Hammer Mjölnir des nordischen Gottes Thor stiehlt, handelt. Texte und Musik stammen, wie auf den vorherigen Veröffentlichungen der Band, aus der Feder von Mastermind Heri Joensen.

Während sich Týr auf ihren bisherigen Alben musikalisch vor allem durch ihre ganz eigene Interpretation von melodischem Folk- und Viking Metal auszeichneten und ihr Stil teilweise sogar als Balladen Metal bezeichnet wurde, schlagen sie auf „The lay of thrym“ neue, sehr Power Metal lastige – Wege ein.

Das fällt schon beim Opener der Scheibe „Flames of the free“ auf, der vor Eingängigkeit und Hymnenhaftigkeit nur so strotzt. Mit „Shadow of the swastika“ folgt dann der Ohrwurm schlechthin. Spätestens nach „Take your tyrant“ dürfte dann klar sein, dass Týr mit melodiestarken Gitarren, treibendem Schlagzeug und Mitgröhlhymnen Partykracher der Extraklasse schaffen können.

Aber sie können auch anders: Bei „Evening Star“ nehmen die Färöer das Tempo etwas raus und beweisen, dass sie das Prädikat „Balladen Metal“ durchaus verdienen. „Hall of freedom“ hat dagegen wieder die volle Power Metal-Breitseite zu bieten und wirkt mit seiner Melodie im Refrain beinahe etwas poppig. Einen poppigen oder zumindest eingängigen Refrain hat auch „Fields of the fallen“ zu bieten und passt qualitativ zum ersten Drittel der Scheibe.

„Konning Hans“ kommt da schon folkmäßiger rüber: Keine donnernden Gitarren und kein bombastischer Gesang, sondern ruhiger und mit melancholischem Anklang. „Ellindur Bóndi Á Jadri“ fährt auf eben dieser Schiene weiter und hebt sich deutlich vom restlichen Ohrwurmbrei ab.

Im vorletzten Track „Nine worlds of lore“ geht’s dann kurz vor Schluss noch einmal bombastisch zu, dennoch kommt der Song nicht an die Ohrwurm-Qualität der ersten Hälfte des Albums heran. Der Titeltrack „The lay of thrym“ setzt auf harte Riffs, holt erneut eine ordentliche Portion Bombastik raus und bildet damit einen würdigen Abschluss für ein durchaus gelungenes Gesamtwerk.

Fazit:

Týrs Abkehr von den Folkwurzeln wird nicht jedem Hörer gefallen. Und mit Power Metal ist das ja sowieso immer so eine Sache. Dem einen gefällt’s, der andere kann das ‚Gedudel‘ nicht ausstehen. Fakt ist, dass die Färöer mit „The lay of thrym“ eine ganze Palette an eingängigen Metalkrachern liefern, die live sicherlich, nicht zuletzt durch den hohen Mitgröhlfaktor,  eine Menge Spaß machen.

Was dem Album wohl am meisten fehlt ist etwas Abwechslung. Klar, Songs wie „Take your tyrant“ oder „Shadow of the swastika“ gehen sofort ins Ohr, aber die einzigen Lieder, die sich vom Rest der Scheibe abheben bleiben „Konning Hans“ und „Ellindur Bóndi Á Jadri“.

Trotzdem wissen Týr zu unterhalten und liefern mit „The lay of thrym“ eine solide Leistung ab, die vor allem Fans von Turisas und Konsorten gefallen dürfte.

Tracklist:

  1. Flames of the Free
  2. Shadow of the Swastika
  3. Take your Tyrant
  4. Evening Star
  5. Hall of Freedom
  6. Fields of the Fallen
  7. Konning Hans
  8. Ellindur Bóndi Á Jadri
  9. Nine Worlds of Lore
  10. The Lay of Thrym

Wertung:

7,5 / 10

Anspieltipps:

Shadow of the Swastika

Konning Hans

Fields of the Fallen

Erscheinungstermin:

Bereits erschienen

Týr – MySpace Seite

About nattfoedd

Ich heiße Johanna, bin einundzwanzig Jahre alt und studiere Medien und Kunst in Braunschweig. Meine Wohnung habe ich mit Filmplakaten tapeziert, meine DVD-Sammlung platzt aus allen Nähten und ich besitze mehr Bandshirts als andere Mädchen Unterwäsche. In meiner Freizeit arbeite ich als Videothekarin oder schreibe Texte für Dark News.

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