Varoius Artists - Vol.6: After the sunset

Various artists – Vol.6: After the sunset (Review und Kritik)

Varoius Artists - Vol.6: After the sunset
Varoius Artists - Vol.6: After the sunset

Ich schaue auf, sehe dass die Sonne langsam hinter dem Hügel hervorlugt und ihre ersten warmen Sonnenstrahlen auf die Wälder und Fluren legt. Ich bin allein, doch fühle ich mich seltsam geborgen. Ich habe die Nacht traumwandelnd verbracht, wahrlich erlebt, ein Gefühl aus Ewigkeit, Schmerz und unendlicher Tiefe. Es wird mir bewusst, dass ich doch nicht so einsam bin, erkenne den Lauf der Dinge und mein kleines Rad im Motor der Zeit.

Der kostenlose Download-Sampler von Skeksis86 geht mittlerweile in die sechste Runde und bewegt sich nach den eher Gothic und Industrial lastigen Vorgängern wieder zurück zu den Anfängen der Serie. Es sind wieder zehn Songs zwischen Melancholie und leiser Hoffnung geworden, liebevoll zusammengestellt und völlig legal, denn alle Künstler wurden mit deren Zustimmung durch Myspace zusammengetragen. Dazu gehören wie bei den Vorgängern wieder ein stimmungsvolles CD-Cover und so gilt es nicht nur akustisch, sondern auch optisch Musik zu genießen, die Bilder, die einem während des Hörens in den Geist stürmen mit inbegriffen.

The Misanthrope
The Misanthrope

Den Anfang macht The Misanthrope mit „Cloudburst day„, welches den Hörer mit grandiosem Apocalyptic Folk begleitet. Lagerfeuerromantik und ein Stück Ursprünglichkeit machen sich bemerkbar. Das Stück lädt zum träumen und mitsingen ein, das Spiel ist emotional dicht, der Gesang angenehm eigenständig. Aufwühlend und mitreißend.

Der Kanadier Denis Turbide lässt mit „After the battle“ die tiefe Melancholie nach einer Schlacht entstehen. Man wandelt über die blutigen Felder, erkennt den Irrsinn des Kampfes und wünscht sich das Stück Unschuld wieder, welches durch das grausige Gemetzel verloren gegangen ist. Es gibt keine Sieger, nur Verlierer. Ausgedrückt in einem wundervollen rein akustischen Stück Musik.

We could have, we should have, we didn’t“ hat mich tief beeindruckt und berührt. The great park legen nicht nur musikalisch sondern auch textlich ein unglaublich emotionales Werk vor, irgendwo zwischen Folk und Singer/Songwriter mit bluesigen Songanteilen. Ein wahrer Ohrwurm und auf ein neues bin ich begeistert, wie viel unbekannte, absolut hörenswerte Musik es zu entdecken gibt. Wieder der Beweis, dass eine Compilation auch den Künstlern selbst etwas bringen kann, denn mit The great park muss ich mich auf jeden Fall weiter auseinander setzen.

Weiter geht es mit „Blasphemy, the word (Live as after dark)“ der griechischen Neofolk Band Mani Deum. Im Stile von Current 93 wird „The Great Beast“ Aleister Crowley besungen, spannend vorgetragen, einnehmend und mit einer tristen Stimmung versehen fügt sich das Stück angenehm harmonisch in den Verlauf der Compilation ein.

Aeterna
Aeterna

Aus Deutschland stammen Aeterna und gehen mit „Wolfcross“ einen ritualistisch schamanischen Weg, größtenteils akustisch mit elektronischen percussiven Elementen versehen. Naturmystisch bereitet das Stück den weiteren Weg der Compilation, die merklich ruhiger und anheimelnder wird.

So begleiten einen Green Misteltoe in dem kurzen Akustikstück „Thuata“ mit Flöten auf eine Waldlichtung; minimalistisch die Natur genießen, wieder ein Hauch von Mystik und folkloristischer Gefühlswelt.

Betray-Ed aus Frankreich setzen den minimalistisch anmutenden Weg fort und zeigen, dass man auch mit wenigen Mitteln großartige emotional berührende Musik schaffen kann. Der klagende Gesang wird von Zither und Piano harmonisch umspielt und zieht den Hörer in seinen Bann. Man darf gespannt sein, wie sich das vierte Album von Betray-Ed entwickelt, denn darauf möchte man sich stärker an metallische Musik orientieren.

Mit „Wathis Ipnos“ darf man den deutschen Ambient Black Metallern Feos in das Saarland folgen. Das Stück weiß mit seiner postrockigen natürlichen Art zu gefallen, zeigt aber nicht die kompletten Facetten der Band auf, den auf Black Metal wurde bei dem Stück verzichtet. So sollte man sich doch auf jeden Fall mit der Musik auf deren Myspace-Seite auseinandersetzen, denn die ist nämlich durchaus wert, mehr als nur ein Ohr zu riskieren.

Feos
Feos

“ nennt sich der vorletzte Künstler, was nicht schwer zu merken, aber umso schwieriger auszusprechen ist. Pianomusik, zwischen Yann Tiersen und Shoegaze, hintergründig mit Filmsamples unterlegt. Auch „est“ fügt sich gut in die zehn Songs ein und setzt die immer stiller werdenen Stimmung angenehm fort.

Diese Stimmung bringen Perlieu zu ihrem Abschluß. „Mostly gone (but the blue is ever above us)“ baut wabernde Ambient Landschaften auf, wieder Traum wandlerisch in seinem Minimalismus wird dem wieder mehr als gelungenen Sampler ein emotionales Ende gesetzt.

Ich sage es gerne immer wieder. Ladet euch die Sampler Reihe, hört euch die Musik an und unterstützt dieses großartige Projekt. Skeksis86 lädt wie immer auf eine Entdeckungsreise ein, in der man nur als Gewinner hervor gehen kann. Jeder Sampler ist kostenlos und gefüllt mit spannender emotionaler Musik.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Mein Weg durch die Nacht bis in die frühen Morgenstunden wurde mit dem Sampler mehr als versüßt. Wie immer absolut gelungen, tiefgreifend und einfach schön! Unterstützt das Projekt, jeder Sampler ist es absolut wert!





Trackliste:

  1. The Misanthrope – Clouburst Day
  2. Denis Turbide – After the battle
  3. The great park – We could have, we should have, we didn’t
  4. Mani Deum – Blasphemy, the word (Live after the dark)
  5. Aeterna – Wolfcross
  6. Green misteltoe – Thuata
  7. Betray-Ed – The last embrace (Remix 2009)
  8. Feos – Wathis Ipnos
  9. … – est
  10. Perlieu – Mostly gone (But the blue is ever above us)

Skeksis86 Myspaceseite

Youtube – Trailer

Download – Link

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