Common Grave – Il male di vivere (Review und Kritik)

Common Grave - Il male di vivere
Common Grave - Il male di vivere

Common Grave – Il male di vivere (Review und Kritik)

Bei der großen Masse an langweiligen, uninspirierten und technisch schwachen Black Metal Veröffentlichungen, freut man sich umso mehr zwischendurch auch wieder eine richtig gute Scheibe hören zu dürfen, die alles besitzt, was an der Musik so einnehmend und mitreißend ist. Common Grave stammen aus Italien und klingen alles andere als südländisch sonnig, sondern wunderbar nordisch frostig mit eigener depressiver Note.

Dabei gehen Common Grave keinesfalls monoton oder gar jammerig zu Werke, es herrscht kraftvoller und auf Abwechslung bedachter Black Metal vor. Frostige Gitarrenriffs und sauber gespielte Drums prägen das Gesamtbild, bei welchem auf Keyboards komplett verzichtet wurde. Die Italiener gehen dabei sehr Melodie betont vor, wissen aber die Gradwanderung zwischen Härte und Melodie zu bewerkstelligen und klingen niemals zu sehr nach fröhlichem Gedudel, sondern bleiben in düster depressiver Atmosphäre.

Schon der Auftakt „Il male di vivere“ führt einen mit einem ruhigen Gitarrenintro stimmungsvoll in das mehr als eine Stunde dauernde Album, bricht dann mit spannenden Drumming und sägendem Riffing los. Der Song bleibt im Mid-Tempo, birgt durch etliche Breaks Abwechslung in sich und kehrt immer wieder zum Introthema zurück. Sänger XXVII brüllt sich dabei die Seele aus dem Leib und klingt absolut überzeugend. Ohne große Umschweife gehen die Songs ineinander über und „Memories“ beginnt mit wütenden Blasts. Der Song ist gut durchstrukturiert, wandelt ab und an in doomigen Gefilden und weiß durch diese Abwechslung zu gefallen.

Common Grave
Common Grave

No turning back“ ist schließlich so sträflich kurz, dass man es kaum aushält. Welch einfaches und doch so geniales Riff, ein fantastisches Stück wehmütigen Black Metals. „In silence they fade“ steht dem in nichts nach, glänzt mit schönen Details und weiteren grandiosen Momenten, wieder sehr abwechslungsreich und spannend.

Man könnte natürlich jetzt jeden Song noch mehr zerlegen, aber das würde „Il male di vivere“ nicht gerecht werden. So ist das Album auch als in acht Kapitel unterteiltes Ganzes zu sehen. Das Niveau der einzelnen Stücke bleibt sehr hoch und kann sich wirklich bis zum Schluss der Platte halten. So sollte man das Album auch am Stück hören, denn dann entfalten sich alle Tiefen in ihrer Vollkommenheit.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Ein Abwechslungsreiches, hervorragend produziertes und gespieltes Album, an dem man lange Zeit seine Freude haben wird. Die Italiener springen dabei zum Glück nicht auf den immer noch sehr schnell rauschenden Zug des Depressive Black Metals auf, sondern markieren hier eine Eigenständigkeit, wie man sie in Zeiten, wo jeder mit minimalen Mitteln irgendetwas veröffentlichen kann, oft lange suchen darf. Bedenkenlos zu empfehlen.


Trackliste:

  1. Il male di vivere
  2. Memories
  3. No turning back
  4. In silence they fade
  5. Falling from the sky
  6. Union of sorrows
  7. For a dead person
  8. The ende of all things

(8/10)
(8/10)

Anspieltipps:

am besten am Stück gehört, am ehesten „No turning back“

Erscheinungstermin:

15.08.2008

Common Grave Myspaceseite



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