Den Saakaldte - All hail pessimism

Den Saakaldte – All hail pessimism (Review und Kritik)

Den Saakaldte - All hail pessimism
Den Saakaldte - All hail pessimism

Den Saakaldte – All hail pessimism (Review und Kritik)

Sogenannte Supergroups halten ja leider selten das, was sie versprechen. Entweder lässt es die Musik solcher Bands an Gefühl vermissen, jeder arbeitet für sich, statt als Band, oder die Erwartungen sind einfach wesentlich höher, als sie je zu erfüllen wären. Dass Den Saakaldte nun schon das zweite Album veröffentlichen, spricht zumindest dafür, dass man die Band nicht als einmalige Sache betrachtet.

Mit Niklas Kvarforth (Shining) hat man die im Moment wohl schillerndste Figur der nordischen Metal Szene als Sänger, dazu gesellen sich Mitglieder von Dødheimsgard, 1349 und etlichen anderen etablierten Bands der norwegischen Black Metal Szene. Es sollte daraus ja irgendetwas brauchbares heraus kommen und in der Tat kann man sich über Den Saakaldte wenig beschweren. Man fröhnt dem melodischen Black Metal mit ein paar avantgardistischen Einflüssen, die sich am ehesten anhand der abgedrehten Keyboards und der Verwendung von Bläsern manifestieren.

Erfrischend wirkt die Tatsache, dass man kaum depressive Anleihen besitzt, wie man es von Shining gewohnt ist. Kvarforth ist nicht nur am quäken und versoffen rumgurgeln, sondern kreischt mit leichtem Hall versehen auch einmal wie in alten Tagen. Die Band erinnert mich stellenweise an melodische Größen, wie Sacramentum, lässt aber deren thrashige Härte etwas außenvor und konzentriert sich mehr auf den Einsatz nordisch sirrender Gitarrenriffs und abwechslungsreicher Rhythmik, die sich von schnellen Blasts bis zu doomiger Langsamkeit bewegt.

Sykelig - Den Saakaldte
Sykelig - Den Saakaldte

Die Produktion des Albums ist zwar klar und differenziert, nur leider etwas schwach auf der Brust, was man besonders am nicht gerade druckvollem Schlagzeug feststellen kann. Ist im Endeffekt auch nicht weiter schlimm, denn so erhält „All hail pessimism“ das nostalgische Flair der ausgehenden 90er Jahre, besonders der Beginn von „Satans synder“ bringt dieses Gefühl zum tragen. Hier fügen sich die Bläsertöne auch am besten ein und machen den Song besonders interessant, zum Schluss noch locker leicht ein herrliches Riff runtergezockt und fertig ist ein toller Song.

Die zehn Stücke erreichen dabei knapp 70 Minuten, darunter befinden sich drei mehr oder weniger uninteressante Instrumental-Spielereien, die man sich vielleicht auch hätte sparen können, denn Stimmung entsteht dadurch kaum. Bleiben noch sieben Stücke, von denen drei schon auf dem ersten Album zu finden waren. Warum man diese in nahezu unveränderter Form noch einmal eingespielt hat bleibt ein Rätsel, denn erstens sind die Neuaufnahmen soundtechnisch einfach schwächer und zweitens bleiben dann gerade einmal vier neue „richtige“ Songs übrig, die zwar alle wirklich gut sind, aber der fade Beigeschmack bleibt, dass man einfach nicht genug Material hatte und man schnell das Album rausbringen wollte/musste.


Iskharian
Iskharian

Fazit:

Wenn ich rein objektiv die Musik Den Saakaldtes bewerten würde, wären sicher sieben Punkte locker drin gewesen, das Album macht Laune, die Songs sind gut. Die sieben Stücke besitzen aber so ihre Längen, keiner ist unter sieben Minuten und so ist es doch recht anstrengend das Album am Stück zu hören. Dass es gerade mal vier neue Songs auf das Album geschafft haben, lässt mich auch fragen, warum man sich nicht mehr Zeit genommen hat, neue Stücke zu schreiben. So ist „All hail pessimism“ leider etwas enttäuschend geworden.

Trackliste:

  1. Audhumla
  2. La vinteren vare evig
  3. Vandringen
  4. Satans synder
  5. Frykten for det opprinnelige ode
  6. Samma skrot samma korn
  7. Drikke ens skal
  8. Mesias
  9. Den endelige tankens ufravikelige konsekvens
  10. Jag ar den fallna


( 6 / 10 )
( 6 / 10 )

Anspieltipps:

Satans synder, La vinteren vare evig

Erscheinungstermin:

31.01.2009

Den Saakaldte Myspace

Den Saakaldte Homepage


About Iskharian

Check Also

U.D.O. – We Are One

In einer Zeit, in der eine Pandemie unser Leben mehr oder weniger bestimmt, sehnen sich …