Ivenberg – Leben heisst Sterben (Review und Kritik)

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Ein Sturm zieht auf!

Leben heisst Sterben, doch nicht immer ist der Tod das endgültige Ende. Die erste Inkarnation von Ivenberg gründete sich 2001 unter der Leitung von Morsan und Sarkaz, doch nach nur einer kurzen Lebensspanne von 3 Jahren wurde das Projekt aufgrund von privaten Gründen eingestellt. Doch was der Phoenix kann, dass kann Ivenberg schon lange und so wurde die Band mit leichten Neubesetzungen im Jahre 2008 reanimiert und prompt ein neues Werk aufgenommen. Ihr fragt euch jetzt, was die stumpfe Einleitung mit der Scheibe zu tun hat und worum es hier überhaupt geht? Lest weiter!

Fangen wir doch gleich mal mit der Aufklärung an: Ivenberg stehen für eine Mischung aus Death-, Black-, und Viking Metal. Lyrisch werden moderne Themen (stellenweise wohl aber gemischt mit etwas Pathos) beleuchtet, was laut Verlautbarung der Band dann das genaue Genre Modern Viking Metal zum Vorschein bringt. Im folgenden werden wir näher betrachten, wie sich dieser Stil genau äußert.

Das Intro beginnt mit Wellenrauschen und Windgeräuschen bis eine ruhige Melodie einsetzt und der Hörer mit einem sanft geflüsterten Vers abgeholt und ins Album getragen wird. Ein abrupter Stimmungswechsel fährt nun durch eure Gehörgänge und wenngleich auch der Übergang der Tracks makelos war, wird die Ruhe doch direkt durch den Einsatz der Gitarren und des Schlagzeuges vernichtet. Nur wenig später gesellt sich auch Morsans Stimme hinzu und heißt euch willkommen. Levande Helvete ist ein gesellschaftskritischer (womit wir schon bei aktuellen Themen wären) Song, sowohl musikalisch als auch textlich gehts volle Kraft vorraus. Es ist allgemein ein schöner Einstieg ins Album, die Deathmetaleinflüsse werden wunderbar in den Gitarrenspuren ausgelebt, während im Bereich der Vocals eher auf hohe Screams und allgemein Shouts Wert gelegt wird.

Doch schon im nächsten Song möchte Morsan uns beweisen, dass er weitaus größere Spektren der Artikulation beherrscht. Gitarren ertönen, der Bass legt Tempo vor und schon setzen Blasts und Gesang ein. Sowohl in den Riffs als auch im Gesang spiegeln sich in der Sinfonie der Nacht mittlerweile die Death- und Black Metaleinflüsse wieder. So ertönen jetzt schon häufiger gekonnte, tiefe Growls neben den markanten Screams. Eine sehr gute Mischung, die auch in den Gitarren und Drums widergespiegelt wird.

Von Song zu Song werden immer andere Akzente gesetzt, so dass man durchaus das volle Repertoire der Stilmischung ausspielen kann. Im Titelsong Leben heisst Sterben sind die eigentlichen Strophen recht deathlastig gehalten, sowohl in Riffs als auch Gesang, wohingegen im Refrain die Screams und schnellen, melodischeren Riffs ausgepackt werden. Beim Folgetrack Ein Tier wird mit schnellen Riffs eingeleitet bis man in sehr ruhige, melodische Parts übergeht und Morsan beginnt die Lyriks einzusprechen. Doch diese Stille hält auch nicht lang, denn schon bald setzen die beißenden, hohen Screams erneut ein, die dem Track eine wunderbare Note verleihen.

Das Songwriting wird auf der Scheibe konsequent umgesetzt und es lässt sich wohl festhalten. Oftmals sind die Deatheinflüsse eher auf den Gitarren zu vernehmen, wohingegen die Vocals sich eher im Bereich der Screams aufhalten. Ausnahmen bestätigen hier natürlich auch die Regel und so wird Im Namen meines Blutes doch sehr von melodischen Riffs getragen. Der Vikingeinfluss bezieht sich wohl hauptsächlich auf angesprochen Pathos den man hier finden kann und selbiger gipfelt  in Wir sind die letzten Krieger, wenngleich dieser auch wieder textlich glänzen kann.

Abschliessend sei zu sagen, dass die Einleitung wohl nicht so viel mit dem eigentlichen Inhalt zu tun hatte, bis auf den Fakt, dass es wohl etwas Hintergrundwissen vermitteln wollte.

Fazit:

nilgoun
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Ivenberg haben mit ihrem zweiten Werk Leben heisst Sterben ein rundes Werk abgeliefert. Einige Tracks scheinen zwar musikalisch etwas zu viel Klischee zu beinhalten (Wir sind die letzten Krieger sei benannt), aber alles auf einem ertragbaren Level. Und im Ernst: Viking Metal (und alles was sich so betitelt) braucht doch auch immer etwas Klischee. Die Scheibe nimmt  bei einmaligem Hören etwa 39 Minuten eurer Zeit in Anspruch,während denen man hört, dass die Jungs Spaß an ihrer Musik haben und das überträgt sich ohne weiteres auf euch. Klare Kaufempfehlung, wenn man mit Stilmixen und etwas Pathos zurecht kommt!



Trackliste:

  1. Einklang
  2. Levande Helvete
  3. Sinfonie der Nacht
  4. Leben heisst Sterben
  5. Ein Tier
  6. Bis ans Ende aller Tage
  7. Im Namen meines Blutes
  8. Siechtum
  9. Wir sind die letzten Krieger
  10. Ausklang

Wertung:

8,5/10
8,5/10

Anspieltipps:

Levande Helvete, Leben heisst Sterben, Wir sind die letzten Krieger

Veröffentlichung:

bereits erschienen


Ivenberg Homepage

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