Kleidungsstile in der schwarzen Szene- Mode oder Lebenseinstellung? Teil 1: Gothic-Lolita

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Ein Stil, der immer mehr Anhängerinnen findet, ist der Gothic-Lolita Stil.

Was ist Lolita? Generell bezeichnet „Lolita“ verschiedene Modestile, die ihre kindliche, niedliche und unschuldige Optik gemein haben. Der Stil kommt aus Japan und wird dort  von seinen Anhängerinnen auch im Alltag getragen.  Beispiele für die verschiedenen Lolita-Stile sind u.A. Shiro Lolita, die gänzlich weiß gekleidet ist, Kuro Lolita, ihr Gegenstück in Schwarz, Sailor Lolita, Punk Lolita und noch viele weitere. Grundsätzlich lässt sich beinahe jeder Kleidungsstil auch in eine Lolitaversion umsetzen. Es können auch einzelne Stile miteinander kombiniert werden. Je nach Stil gibt es bestimmte Regeln, die eingehalten werden sollten.

Lolita hat nichts mit Pädophilie zu tun, so wird z.B. auch auf aufreizende Elemente verzichtet. Die Blusen müssen bis zum Hals geschlossen sein und die Röcke bis zum Knie reichen.

Auffällig ist eine kindliche Ästhetik: Knielange, sehr weite Röcke mit Petticoat, Rüschenblusen, Bloomers, Hütchen, Kniestrümpfe mit Prints oder Rüschen, niedliche Taschen und häufig Plateaupumps. Bei Gothic-Lolitas sieht man gelegentlich auch Korsetts.

Die Grundfarbe der Gothic-Lolita ist Schwarz und wird gern mit anderen Farbakzenten kombiniert. Am Häufigste findet man dabei Weiß und Blau.

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Soviel zum Stil, aber gibt es auch eine Ideologie dahinter, die über die Kleidung hinausgeht? Soll etwas Bestimmtes damit ausgedrückt werden? Für Lolita gibt es nur Vorgaben was die Kleidung angeht. Die Trägerinnen messen dem ihre eigenen Bedeutungen bei. Vielen gefällt einfach der niedliche Stil, die hübschen Kleider, Schuhe und Accessoires. Gothic-Lolita teilt nicht grundsätzlich die Ideen und Geschichte, die hinter Gothic steht, sondern vordergründig die Ästhetik. Natürlich schließt es sich nicht aus, dass die Trägerinnen sich ebenfalls grundsätzlich auch ideologisch der Szene zugehörig fühlen können oder über die Szene diesen Stil für sich entdecken.

Wer mehr über Lolita erfahren möchte, findet bei www.dunkelsuess.de weitere Informationen.

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About Juno

Alter: 27 Beruf: Magister in Orientwissenschaften mit Jura und Politik, derzeit Zweitstudium Kunst-Musik-Medienwissenschaften, arbeite nebenher in einem Programmkino. Hobbies: Schreiben, schneidern, Klamotten entwerfen, orientalischer Tanz und Modern Dance, uvm. Lieblingsmusik: Von Metal und Rock bis hin zu Elektronischem sehr vieles. :)

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  • Dar Klord

    Wie schon richtig erkannt, Gothic ist nicht nur mal eben schwarze Klamotten tragen, aschfahl geschminkt zu sein, oder seinen Mitmenschen einen Blutrausch vorzuspielen. Das Alles ist vielmehr ein kleiner Teil dessen was ein anders sein mit sich bringt. Sich Abgrenzen von bisherigen Denken und Leben, seit den anfänglichen 80-er Jahren so praktiziert ist im Grunde wie zu Zeiten bei den Hippies; da waren es die Blümchenmuster, Peace und Love auch nur eine grobe Richtung der man im Leben folgen konnte, seither gibt es auch in dieser Szene immer wieder mal die eine oder andere stilistische Versuchung. Warum also sollte dann nicht auch der Lolita-Stil Einzug in die Szene finden?

    Die Toleranz die allenthalben von anderen Mitmenschen erwartet wird, ist meiner Erfahrung nach in der Gothic Szene noch weniger gegeben als anderswo, da ist es vielleicht mal an der Zeit das ein wenig zu üben.

    Der Lolita Stil ist nicht mein Fall, alles zu verspielt und zu sehr auf die Frau fixiert, wieder so ein Bereich den Frau zu bestimmen versucht und aus meiner Sicht nur ein Weg dem verhassten Kommerz zu frönen, da hat sich mal wieder eine Marktlücke aufgetan, nur zugeben wird das keiner!

    Vielleicht mag für den einen oder anderen was reizvolles darin liegen sich so zu kleiden, letztlich verfaulen wir alle irgendwann in der Erde oder werden zu Asche und Staub und kein Mensch fragt mehr nach der Berechtigung eines Stils! Oder wie der Bayer zu sagen pflegt: „Na moi, wenn’s schee moacht“

    • Juno

      Ein schöner Kommentar. Ich glaube, dass bei alledem die Selbstinszenierung eine große Rolle spielt und man sich auf den Veranstaltungen so zeigen kann, wie man sich selbst gerne sieht. Im Alltag wäre das doch meist unangemessen. Und auch bei den Lolitas gibt es viele, die eine Menge selbst nähen, davon bin ich dann immer begeistert. Den Markenwahn, der bei einigen in der Szene herrscht, sehe ich persönlich sehr kritisch und steht für mich im Widerspruch zur Konsumkritik, die „Gothic“ ursprünglich mal vertrat. Was die Toleranz in der schwarzen Szene angeht, gebe ich dir auch recht… dazu wird es dann Näheres bei dem Thema „Cyber-Gothic“ geben.

      • Dar Klord

        Zitat: „Im Alltag wäre das doch meist unangemessen.“ – das im Bezug auf die Ideologie und was die Szene eigentlich ausmacht. Anpassung = ??? , da sind wohl dann doch mehr „Möchte-gern-am Wochenende Gothic sein“ Anhänger in eine Szene gerutscht, als wirkliche Idealisten, die auch danach leben. Man versteckt sich und sein Denken mehr, als man es für wahr haben will, auch wenn gesellschaftlich inzwischen eine hohe Akzeptanz bei so manchem Accessoire gegeben ist. Ich stelle mir grade eine Grundschul – Lehrerin in ihrem gelebten „Lolita“-Outfit beim Elternabend oder beim täglichen Unterricht vor, Ihre Creativität wäre sicherlich für viele Schüler ein großer Gewinn. Entscheidend ist was in den Köpfen der Mitmenschen für eingefahrene Erfahrungsschätze lagern und ob besagte Szeneanhängerin diesen Mut aufbringen würde. Zuhause werden die eigenen Kinder ja schließlich auch damit konfrontiert, sofern man schon eigene hat – nur dann findet sehr oft ein erstaunlicher Wandel statt. Da ist dann die Abkehr von der Szene sehr oft gar kein Thema mehr und das beweist, wer alles auf einen Zug aufspringt und vorgibt etwas zu sein und es vom Grundsatz her nicht ist. Manchmal schadet man damit aber sogar einer Szene, ich kann mir bei Pettycoat und Gasmaske bisweilen das Lächeln nicht verkneifen, genau so dies wenn am Wochenende wieder alle in Schwarzer Hose und schwarzem T-Shirt (am Besten schön bunt mit Hölle und Metallband-Aufdruck) bei ihrem Szene-Treff antreten um sich von ihrem langweiligen Berufsalltag im Kreise Gleichgesinter zu erholen, gut das ich ein „Aussenseiter“ dieser Gesellschaft bin.

        • Juno

          Ich glaube, dass vielen Menschen dazu der Mut fehlt. Auch ist es so anstrengend, sich permanent zu erklären. Abgesehen davon ist es unglaublich unpraktisch, sich jeden Tag so aufwendig zu kleiden. Der Alltag zwingt einem praktische Kleidung auf. Beim Radfahren macht sich weder der lange, ausladende Reifrock noch ein Hut gut und um den Bus noch zu erwischen ist ein Korsett extrem ungeeignet. 😉 Aber ein paar Details kann man schon in den Alltag integrieren. Generell finde ich auch, dass der Gesellschaft etwas mehr Kreativität in der Bekleidung gut täte, wie du oben schon zur Lolita-Grundschullehrerin geschrieben hast.