Light in Your Life – Light in Your Life (Review und Kritik)

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Light in your Life - Light in your Life

Nennen wir das Problem beim, ähem, Namen: Light in your Life ist ein besch…eidener Name für eine Band. Ich muss andauernd an Christen-Emo-Heulsusen oder radikale White-Metal-Prediger denken. Ob Light in your Life nun Christen sind oder nicht und ob man sie deswegen pfählen sollte, entscheiden bitte andere, ich bin gerade begeistert. Wo wir gerade bei Emo-Heulsusen sind: Light in your Life spielen Post-Punk mit Wave- und Psychedelic Rock-Anleihen, Stichwort Interpol, und überbrücken den Spagat zwischen wohliger Melancholie und Leichtigkeit geradezu spielend. Und zeigen damit den nervigen Emotucken auf ihrem selbstbetitelten Debüt, wie man Gefühle zu vertonen hat, ohne peinlich zu wirken.

Und selbst die Poppigkeit der Band tut dem Spaß keinen Abbruch. Große Gesten herrschen hier vor, die gerne an The Cure erinnern. Die hohe, melancholische und androgyne Stimme von Johann drückt den Songs genau den Stempel auf, den sie brauchen, um nicht in Melancholie zu ersaufen und auch nicht fröhlich-lächerlich zu wirken. Dezente Shoegaze-Einflüsse tun dazu ihr m_1af908aad3d94d0aa94a00f92033b789übriges. Doch auch optimistische Momente – Stichwort The Cure – kommen nicht zu kurz und machen die Scheibe schön abwechslungsreich. Dieser Abwechslungsreichtum, auch innerhalb der Songs, macht es manchmal schwer, der Scheibe zu folgen, weswegen es einige Längen zu überstehen gibt.

Und eben der The Cure- und Psychedelic-Einfluss, der zwar nicht unbedingt soooo ungewöhnlich ist, prägt das Album sehr. Etwas „out of this world“, irgendwo mit Blick gen Himmel stellt man sich den talentierten, schwedischen Fünfer vor, und vermutlich liege ich damit auch gar nicht so falsch. Und selbst wenn nicht, muss man die Klasse von schönen, nicht zu balladesken Songs wie „We Could be There“ oder „Geldof“ mindestens anerkennen, und sei man noch so böse und Metal – Ihr Kostverächter wisst nicht, was euch entgeht.

Fenriz
Fenriz

Fazit: Für ein Debütalbum, das muss ich auch noch dazu sagen, klingt die Band verdammt gut eingespielt und fast schon routiniert, dennoch finde ich das Album ausbaufähig. Die eine oder andere große Geste wirkt etwas übertrieben, die eine oder andere Länge muss man nicht mit der Lupe suchen, aber Spaß macht das Album dennoch. Es wirft ein paar schöne poppige Perlen ab, vor allem „We Could Be There“ oder „Smile that Smile“ haben gute Chancen auf Radioairplay. Schöne, melancholische und anrührende Musik hat bei mir schon immer gut gewirkt, und darum kommt „Light in your Life“ sicher nicht nur ein weiteres Mal in die Anlage, nicht nur, weil das Album nicht zu einfach ist. Ein schönes Sommeralbum.

Tracklist:

  1. Emily Scott
  2. We Could Be There
  3. Sleeping Bag
  4. Geldof
  5. Do You Know I Tried To Comfort You When You Cried In Your Sleep
  6. Song About Love
  7. It Would Be Fine
  8. Smile that Smile
  9. Christian
  10. Psych
6,5
6,5 / 10


http://www.myspace.com/liylmusic

Anspieltipps:

– We Could Be There
– Geldof
– Psych
– Smile that Smile

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