Skady - Eyn Raunen im Tannicht

Skady – Eyn Raunen Im Tannicht (Review und Kritik)

Skady - Eyn Raunen im Tannicht
Skady - Eyn Raunen im Tannicht

Eigentlich hat man es heutzutage gar nicht mal so schwer mit einer Band aus dem dunklen Wald gekrochen zu kommen. Edda (am besten bebildert) herauskramen, zwei, drei Sätze lesen, Bandnamen aus dem großen Pantheon der alten Götter aussuchen, ein paar zweifelhaft romantisch angehauchte Texte aus dem Ärmel schütteln, mindestens ein Sauflied dazusetzen und musikalisch in copy & paste Manier als Abziehbild der etablierten Bands glänzen. Irgendwie erfüllen Skady diese Vorraussetzungen allesamt, schaffen es aber all das nichtig zu machen, indem „Eyn Raunen im Tannicht“ einfach mit Können und Überzeugung dargeboten wird. Innovation = Fehlanzeige, aber daran stören sich wohl hauptsächlich die Pagan Kritiker.

Eine interessante Entwicklung haben die Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls hinter sich. 2007 als Duo gegründet, wurde schnell Ernst gemacht und nach der Demo „Treibjagd“ (mit dem nett betitelten „Belegte Menschenbrötchen„) darf man heuer schon das erste Album begutachten. Die Asatru Klangwerke taten jedenfalls gut daran der Band eine Chance zu geben, denn „Eyn Raunen im Tannicht“ wird Skady wohl das Tor in der weitläufigen Pagan Welt weit aufstoßen.

Ganz im Sinne der Jagdgöttin Skadi legen die Wolgaster mit Hörnern im Windgeheul los und lassen die Wildsau, die blutend auf dem Cover prangt, elendig krepieren, irgendwie ein passender Beginn für das Album, welches mit dem melodischen „Aus Wäldern“ das Ziel zum Angriff vorgibt. Das Stück darf sich vor allem in der Abteilung Schlagzeug ordentlich austoben, so findet man interessante Rhythmenwechsel, ordentliches Gepolter und jede Menge Spielfreude vor, was mich schon einmal positiv stimmt. Eine atmosphärische langsame Passage bringt etwas Abwechslung und nach knapp fünf Minuten hat man zwar das Gefühl nicht allzu viel erlebt zu haben aber gut unterhalten worden zu sein. So könnte es ja weiter gehen.

Skady
Skady

Und ja, das tut es auch. Die vom Demo bekannte „Treibjagd“ darf mit Melechesh Rhythmen und Double-Bass Attacke einen Hauch Eigenständigkeit atmen. Schade nur, dass die Seitenfraktion den Songs nicht so den Stempel aufdrücken kann, wie man es sich wünschen würde. Dennoch ist es gerade der ruhige Part, der sich tief einprägt. Hier liegen wohl die Stärken Skadys, wenn es ruhiger und heimlicher wird, denn hier kann die junge Band zeigen, was sie musikalisch drauf hat, wenn man sich von der Black Metal orientierten Musik etwas verabschiedet.

Eine Pagan Platte ohne entsprechender Instrumentalisierung ist wohl auch zu einer Seltenheit geworden. Akustikgitarre, Maultrommel und Flöte verbreiten in „Der Mühe Lohn“ Lagerfeuer Stimmung, doch als der Gesang einsetzt bin ich zunächst vollkommen entsetzt. Beschränkte man sich zunächst auf ansprechenden, aber eher gesichtslosen Kreischgesang, gurgelt einem nun eine versoffen wirkende, rauhe Oi-Stimme entgegen, der ich zunächst überhaupt nichts abgewinnen kann. Verrückterweise sind es aber gerade die Stücke, welche diese Gesangsform ihr eigen nennen, die sich einprägen, denn hat man sich erst einmal daran gewöhnt, ist diese eigenwillige Interpretation so passend, dass man sich fragt, warum denn nicht öfters?

Oskorei“ ist leider wenig spannend, besitzt nette Momente, kann aber das vorherige Niveau nur schwer halten, das darauf folgende „Furor Teutonicus“ lässt „Oskorei“ aber sofort vergessen. Irgendwie werden hier alle gängigen Klischees bis zur Schmerzgrenze ausgelotet und das so gut, dass es einfach nur richtig erscheint. Als obligatorisches Sauflied, als Live-Knaller oder als Band-Hymne, das Stück macht einfach Spaß, ist abwechslunsgreich und zum mitgröhlen perfekt. Das kurze „Thrymheim“ bringt uns akustisch wieder ans Lagerfeuer, ehe man den „Herbstwind“ über uns herein brechen lässt. Ein kurzer thrashender Hiddentrack beschließt ein knapp vierzig Minütiges Album, welches im Aufbau absolut gelungen ist. Ein bisschen Folklore, ganz viel Metal, so sollte es eigentlich auch sein.


iskharian3Fazit: Von Skady werden wir wohl noch viel hören. „Eyn Raunen im Tannicht“ hat viele Stärken, leider aber auch ein paar Schwächen, die sich in manchen Songs eklatant niederschlagen. Das Riffing könnte etwas griffiger und abwechslungsreicher sein, so spielt sich gerade die Rhythmusabteilung in den Vordergrund und bei aller Spielfreude können die Gitarren nur schwer mithalten, denn zu gleichförmig spielen diese, zu oft wiederholt man sich. Nichtsdestotrotz ist das Album auf jeden Fall einen Blick für alle Pagan Fans wert, denn Skady bereichern das Genre zwar nicht mit Innovation, wohl aber mit guter Musik und einem Laune machenden Debut!


Trackliste:

  1. Einklang
  2. Aus Wäldern
  3. Treibjagd
  4. Der Mühe Lohn
  5. Oskorei
  6. Furor Teutonicus
  7. Thrymheim
  8. Herbstwind


( 7 / 10 )
( 7 / 10 )

Anspieltipps:

Aus Wäldern, Der Mühe Lohn, Furor Teutonicus

Erscheinungstermin:

28. August 2009

Skady Myspace

Asatru Klangwerke

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